Foto: Hans-Christian Wagner

Die Tabelle lügt nicht, aber manchmal erzählt sie auch nicht die ganze Wahrheit: Die SG H2Ku Herrenberg ist momentan das Schlusslicht der 2. Handball-Bundesliga Frauen, hat aber noch keine Must-win-Partie verloren. Das Auftaktprogramm der „Kuties“ hatte es derart in sich, dass es nach dem 34:31-Heimsieg am ersten Spieltag gegen den ambitionierten TuS Lintfort sieben Niederlage in Folge zu beklagen gab.

Das Team des neuen Trainers Hans Christensen  hatte mit den Heimspielen gegen den verlustpunktfreien Tabellenführer Göppingen und das Überraschungsteam Nord Harrislee und die Auswärtsaufgaben bei den Aufstiegskandidaten Leipzig und Berlin sowie den heimstarken Teams Bremen und Rödertal zu bestreiten. Niederlage Nummer sieben war das Aus in der zweiten Runde des DHB-Pokals in Regensburg vor fünf Wochen. 

Das Kräftemessen, in dem Herrenberg Mitte der zweiten Hälfte noch mit drei Treffern geführt hatte, ist Warnung genug, dass die Oberpfälzerinnen in der zwischen Stuttgart und Tübingen gelegenen Stadt kein leichter Gang erwartet. „Herrenberg hat einen deutlich stärkeren Kader als es der aktuelle Tabellenplatz vermuten lässt. Durch die Europameisterschafts-Pause der Bundesliga können sie auch alle Spielerinnen des Kooperationspartners TuS Metzingen einsetzen“, sagt der Sportliche Leiter des ESV 1927 Regensburg.

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Der gefährliche Kuties-Rückraum um die führende der Torschützenliste Lea Neubrander (51 Tore/10 Tore), die quirlige Marie-Christine Beddies und die erstligaerfahrene Linkshänderin Nives Klobucar wird so durch die Juniorinnen-Nationalspielerin Rebecca Rott und Victoria Woth ergänzt. Ebenfalls aus Metzingen gehören U18-Nationaltorhüterin Marie Weiss und Rechtsaußen Sabrina Tröster zum Aufgebot, das mit Tyra Bessert noch eine weitere Junioren-Nationalspielerin aufweist. Dass trotz der namhaften Besetzung noch nicht alle Rädchen ineinandergreifen, haben die vergangenen Spiele gegen Harrislee und Rödertal gezeigt, wo es 35 und 38 Gegentore zu beklagen gab.

ESV-Coach Csaba Szücs ist zuversichtlich, dass sein Team offensiv besser agieren wird als noch im Pokalspiel, das letztlich mit 25:21 gewonnen wurde. „Da haben wir viele Ballverluste gehabt. Das haben wir bei Siegen in Ketsch und jüngst gegen Bremen viel besser gemacht.“ Sein Team ist mittlerweile seit sieben Partien unbesiegt und hat dementsprechend Selbstvertrauen. Mit 10:4 Punkten belegen die Bunkerladies Platz fünf des Sechszehner-Feldes und haben mit etwas Zählbarem in Herrenberg die Chance, einen weiteren großen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu machen. Der Druck liegt ganz klar bei den Gastgeberinnen, die das Duell unbedingt für sich entscheiden müssen, um nicht noch weiter Boden zum Mittelfeld zu verlieren. „Wenn wir wieder so kompakt in der Abwehr stehen wie in den vergangenen Spielen und vorne abgeklärt agieren, können wir den Druck auf Herrenberg erhöhen.“ Einen Sieg wünscht sich natürlich auch Linksaußen Anika Bissel an alter Wirkungsstätte: Der Linksaußen war in der abgelaufenen Runde aufgrund ihrer Verletzung kein Einsatz in der Markweghalle vergönnt.

Die Kuties werden alles investieren, um die rote Laterne abzugeben und sich für das Pokalaus zu revanchieren. In der Halle wird es sehr stimmungsvoll werden, da der Herrenberger Fanclub „Bloskapell“ nach über einem Jahrzehnt sein Comeback feiert und mächtig ins Horn stoßen wird. Der ESV hat aber bereits in Solingen und Rödertal bewiesen, dass er Hexenkessel kann und möchte im vorletzten Auswärtsauftritt des Jahres nur allzu gerne wieder der Partycrasher sein. Für reichlich Spannung, welche Serie halten oder reißen wird, ist in jedem Fall gesorgt.

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