Foto: Hans-Christian Wagner

Die Zweitliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg sind derzeit nicht zu stoppen: Der 34:29(17:11)-Heimerfolg gegen den SV Werder Bremen war bereits der fünfte Sieg und das siebte unbesiegte Spiel in Serie. 

Der Schachzug der Gäste, bei der Platzwahl die Seiten wechseln und die Regensburgerinnen nicht ihre angestammte Seite besetzen zu lassen, sorgte für einen zusätzlichen Motivationsschub. Der erste Regensburger Angriff lief dann gleich perfekt: Rechtsaußen Nicole Schiegerl traf aus schwierigem Winkel und zog dabei noch eine Zeitstrafe gegen die beste Bremer Angreiferin Alina Otto. Basierend auf einer starken Deckung zeigte der ESV von Beginn an seinen gefürchteten Tempohandball und war auch aus dem Positionsangriff wieder von allen Positionen erfolgreich.

Beim Stande von 6:2 sah sich Werder-Trainer Robert Nijdam nach nicht einmal acht Minuten schon zu einer Auszeit genötigt. Am Spielverlauf änderts ich jedoch nichts, sodass Nijdam nach dem Tor der erneut starken ESV-Linksaußen Anika Bissel zum 10:4 nach etwas mehr als 14 Minuten schon die zweite Time-Out-Karte zückte. Regensburg ließ sich dadurch jedoch nicht den Wind aus den Segeln nehmen. Amelie Bayerl fand etliche Male Kreisläuferin Julia Drachsler, die eine super Partie ablieferte und so der angeschlagenen Positionskollegin Sara Mustafic einen Einsatz ersparte. Von den Halbpositionen kam mit Marleen Kadenbach und Franzi Peter die geballte Torgefahr – aber jeweils immer auch mit dem Auge für die noch besser platzierten Nebenleute. Der 17:11-Pausenstand – ohne vier Leistungsträgerinnen gegen einen nahezu in Bestbesetzung angetretenen Gegner – war verdient und Beleg für eine beeindruckende Vorstellung.

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Nach dem Seitenwechsel blieben die Oberpfälzerinnen konzentriert und überlegen. Mit sehenswertem Teamhandball und einer erneut guten Stephanie Lukau im Kasten wurde der Vorsprung – trotz einer Sonderbewachung gegen Peter – auf 26:17 nach knapp 45 Minuten ausgebaut. In der Schlussviertelstunde wechselte der ESV auf der Torhüterposition und verteilte die Spielzeiten in dem kleinen Aufgebot. Konzentration und Effektivität schwanden, aber das war letztendlich verschmerzbar. Highlight war ein spektakuläres Dreher-Tor von Johanna Brennauer. Insgesamt konnte Bremen in dieser Phase etwas Ergebniskosmetik betreiben, der Regensburger Sieg war aber genauso ungefährdet wie verdient.

Das sah auch der Werder-Trainer so. „Wir haben das gesamte Spiel über – sowohl in der Abwehr als auch im Angriff – nicht zu unserem Spiel gefunden. Am Ende konnten wir das Ergebnis nochmal etwas freundlicher gestalten, aber da war das Spiel bereits entschieden“, sagte Nijdam nach dem Schlusspfiff. Sein Gegenüber Csaba Szücs war naturgemäß sehr zufrieden: „Das war insgesamt eine tolle Leistung der Mädels. Sie haben von der ersten Minute an gezeigt, dass sie das Spiel gewinnen wollen und werden.“ Auch der Sportliche Leiter Robert Torunsky war angetan: „Die erste Hälfte war sicher eine der besten von uns in der 2. Liga. Wie die Mädels mit den Ausfällen umgegangen sind, ist bemerkenswert. Dass in der Schlussphase angesichts der wenigen Wechseloptionen etwas Spannung und Kraft fehlen, ist nachvollziehbar – aber diesen ,Luxus‘ haben sich die Mädels in den ersten 45 Minuten hart erarbeitet.“ Mit nun 10:4 Punkten belegen die Bunkerladies weiter einen hervorragenden fünften Platz.

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