Foto: Daniel Bamberger

Das bereits fünfte Kräftemessen mit den Kurpfalz Bären Ketsch im Kalenderjahr endete für die Zweitliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg perfekt: Das 31:21(17:9) bedeutete für das Team von Trainer Csaba Szücs das sechste unbesiegte Spiel und den vierten Sieg in Serie. Der höchste Auswärtserfolg in der ESV-Zweitligageschichte brachte gleichzeitig das Vorrücken auf den fünften Platz im 16er-Feld. 

Dabei war ein Zweier im Vorfeld der Partie alles andere als vorprogrammiert: Die Gastgeberinnen schwammen nach einem Remis in Rödertal und einem 34:23-Kantersieg bei Schozach/Bottwartal auf der Erfolgswelle und wollten in der heimischen, sehr stimmungsvollen Neurotthalle nachlegen. Dazu traten die Oberpfälzerinnen stark dezimiert an: Neben den Langzeitverletzten Nicole Lederer und Sophia Peter, die sich aber schon mit der Mannschaft aufwärmte, fehlten Torhüterin Johanna Ziegler (Knie) sowie krankheitsbedingt Rechtsaußen Nicole Schiegerl und Anna Fuhrmann. Dazu ging Kreisläuferin Sara Mustafic angeschlagen in die Partie.

Mut machte neben der guten Form die Erinnerung, dass der ESV bereits im Heimspiel gegen Nürtingen vor einigen Wochen ebenfalls mit nur neun Feldspielerinnen phänomenal agiert hatte – und genau so sollte es auch diesmal laufen. Nach der ausgeglichenen Anfangsphase rührte die Regensburger Deckung vor der erneut starken Keeperin Stephanie Lukau Beton an. Würfe wurden geblockt und die Angreiferinnen so unter Druck gesetzt, dass Ballverluste provoziert wurden. In der Offensive lief das Bällchen flüssig durch die Reihen: Der ESV war gut auf die aggressive Bärendeckung eingestellt und Amelie Bayerl führte überragend Regie. Mit Franziska Peter (11/3 Tore) und Anika Bissel (5 Tore bei hundertprozentiger Wurfquote) hatte Bayerl zwei glänzend aufgelegte Hauptabnehmerinnen. An der tollen Offensiv- und Defensivleistung hatten aber alle Spielerinnen großen Anteil: Die 17:9-Pausenführung war das Resultat vorbildlichen Teamhandballs.

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Nach dem Seitenwechsel spielten die Regensburgerinnen sich weiter Hochkaräter um Hochkaräter heraus, scheiterten aber einige Male freistehend an der Bären-Keeperin Johanna Wiethoff. Angesichts deren guten Leistung ist es umso bemerkenswerter, das Stephanie Lukau und später Norá Mestyán mit einem Gesamtplus von drei Paraden den Torhüterinnenvergleich wieder für den ESV entscheiden konnten. Als Johanna Brennauer in der 38. Minute mit einem frechen Heber in der 38. Minute den Bann brach, war aufgrund der weiter genauso leidenschaftlichen wie effektiven Abwehrarbeit der Gäste klar, dass der ESV die Partie für sich entscheiden würde. Coach Szücs konnte nun die Spielzeit noch weiter verteilen und es wurde von allen Positionen getroffen. Erfreulich war die Rückkehr von Julia Drachsler, die drei Tore beisteuerte. Den Schlusspunkt auf den 31:21-Rekordsieg setzte die fehlwurffreie Anika Bissel, die nach tollem Pass von Theresa Lettl mit ihrem siebten Treffer einen Bestwert im ESV-Trikot aufstellte. 

Trainer Csaba Szücs war wieder einmal beeindruckt von der mentalen Stärke seiner Spielerinnen. „Die Abwehr war sensationell heute und im Angriff haben wir viele gute Lösungen gehabt“, freute sich der Coach über die Gesamtleistung. „Das war angesichts der Vorzeichen heute alles andere als ein Selbstläufer. Die Mädels hatten aber richtig Lust auf Handball. Besonders beeindruckt hat mich, wie viele Bälle in der Rückwärtsbewegung erobert wurden“, nannte der Sportliche Leiter Robert Torunsky einen weiteren Beleg für die starke Teamleistung. 

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