Foto: DHB

Sportlicher Erfolg wird im Deutschen Handballbund wertgeschätzt – unabhängig vom Geschlecht. Zur EHF EURO 2022 der Frauen hat das Präsidium des Deutschen Handballbundes eine neue Prämienregelung beschlossen. Der Titelgewinn ist – wie dies den Männern im Januar der Fall gewesen wäre – mit einer Prämie von 250.000 Euro für die gesamte Mannschaft verbunden. Hinzu kommen 20 Prozent für das Team hinter dem Team; für die jeweiligen Bundestrainer gelten individuelle Regelungen. Bei Frauen und Männern sind die Prämienregelungen im Wesentlichen durch Sponsorenleistungen gedeckt.

„Wir signalisieren mit dieser Prämienregelung, was wir intern leben: Unsere Frauen genießen die gleiche Wertschätzung wie unsere Männer. Das verstehen wir im Jahrzehnt des Handballs auch als gesellschaftspolitisches Signal“, sagt Andreas Michelmann. „Auf dem Weg zum Equal Pay haben wir sicherlich noch weitere Schritte zurückzulegen, aber dieser Entschluss ist mehr als ein Anfang.“ Auch die Tagegelder der Nationalspielerinnen haben sich dem Niveau der Männer weiter genähert.

Über die Prämienregelung verhandelten Michelmann, Vorstandsvorsitzender Mark Schober und Vorstand Sport Axel Kromer den Mannschaftsrat bereits Ende September beim Lehrgang in Hennef. „Das ist ein starkes Signal für den Frauensport“, erklären die Kapitäninnen Emily Bölk und Alina Grijseels. „Wir freuen uns über diese Wertschätzung, die sich in die professionellen Rahmenbedingungen der Lehrgangsmaßnahmen in den letzten Jahren einfügt. Unabhängig davon wollen wir aber mit unserem Auftreten viele Menschen für den Frauenhandball begeistern und den maximal möglichen Erfolg erreichen.“

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Die Prämien für die Frauen-Nationalmannschaft bei der EHF EURO 2022 sind gestaffelt. Das Erreichen der Hauptrunde ist mit 30.000 Euro für das Team verbunden. Ebenfalls gestaffelt sind die sogenannten Tagegelder, diese betragen seit September abhängig von der Zahl der Länderspiele bis zu 100 Euro.

Beide Maßnahmen fügen sich auch ins Gesamtbild ein. Der Bundestag des Deutschen Handballbundes brachte bereits im vergangenen Oktober das Strategiepapier 2021 bis 2025 der AG Frauenhandball auf den Weg. Dieses beinhaltet strukturelle Reformen im Spielbetrieb und in der Förderung, um im Jahrzehnt des Handballs mit höherer Qualität auf allen Ebenen das Interesse am Frauenhandball nachhaltig zu steigern. Ein Leuchtturm wird dabei die Weltmeisterschaft im Dezember 2025 sein. Diese richtet Deutschland gemeinsam mit den Niederlanden aus – deutsche Spielorte werden Stuttgart, Trier und Dortmund sein.

Aktuell bereitet sich die Frauen-Nationalmannschaft mit Bundestrainer Markus Gaugisch im ungarischen Tatabánya weiter auf die EHF EURO 2022 vor. Am heutigen Montag trifft das DHB-Team auf Gastgeber Ungarn (17 Uhr, live via Sportdeutschland.TV), am Mittwoch, 2. November, auf Rumänien (18 Uhr, live bei SPORT1).

Im Anschluss an die letzten beiden Tests fliegt die DHB-Auswahl am Donnerstag, 3. November, nach Podgorica. Am Samstag, 5. November, wartet in der montenegrinischen Hauptstadt um 20.30 Uhr der EHF EURO-Auftakt gegen Polen. Es folgen zweitere Gruppenspiele gegen Montenegro (7. November, 18 Uhr) und Spanien (9. November, 20.30 Uhr). Die EHF EURO 2022 wird live und exklusiv von Sportdeutschland.TV im frei zugänglichen Stream übertragen.

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