Mia Zschocke, hier im Trikot des BVB, brachte den Stein ins Rollen (Foto: Jörg Dembinski)

Die ausführlichen Recherchen des SPIEGEL haben die Welt des Frauenhandballs in große Unruhe versetzt. Die Nationalspielerinnen Emily Bölk und Mia Zschocke haben sich vor wenigen Tagen gegenüber dem SID erneut zu der aktuellen Thematik geäußert. Auch Jolanda Bombis-Robben blickte zuletzt gegenüber dem Deutschlandfunk auf ihre Zeit unter André Fuhr zurück.

Zschocke, die gemeinsam mit Amelie Berger die Vorfälle rund um André Fuhr erst an die Öffentlichkeit brachte, forderte nun eine unabhängige Instanz im Aufklärungsprozess des DHB. „Ich habe klar gesagt, dass man eine externe, neutrale Person braucht, um Kritik zu äußern“, sagte Zschocke dem Sport Informations Dienst (SID) über ein Gespräch mit DHB-Sportvorstand Axel Kromer. Jedem sollte bewusst sein, „dass bei so einer Aufarbeitung oft eine neutrale Instanz benötigt wird, um eine gewisse Neutralität zu wahren“.

Auch zu dem Statement des DHB hat die ehemalige BVB-Spielerin eine klare Meinung, wie sie dem SID erklärte: „Das DHB-Statement ist zu kurz. Für die Zukunft wäre es wünschenswert, wenn unser Verband mehr Schutz und mehr Unterstützung in solch sensiblen Angelegenheiten bieten würde.“

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Ähnlich sieht es auch Nationalmannschaftskollegin Emily Bölk. „Es ist wichtig, in allen Verbänden, Vereinen und Sportarten eine Sensibilisierung zu schaffen, damit die Kultur des Hinsehens auch wirklich gelebt wird, Signale erkannt werden und nicht der einfachere Weg gegangen wird und lieber noch ein zweites Mal nachgefragt wird, um Athletinnen und Athleten frühzeitig zu schützen“, sagte Bölk dem SID.

Bombis-Robben kritisiert Verantwortliche

Die Niederländerin Jolanda Bombis-Robben berichtete vor wenigen Tagen ebenfalls über die Zeit unter Trainer André Fuhr. Bombis-Robben spielte ein Jahr lang unter Fuhr bei der HSG Blomberg-Lippe und wagte gegenüber dem Deutschlandfunk einen emotionalen Rückblick: „Es war die schlimmste Saison meines Lebens. Ich habe noch nie so oft wegen Handball geweint. Ich habe mich einfach sehr oft falsch verstanden gefühlt. Mein Selbstwert hat darunter sehr gelitten und es hat auch Angst geschürt.“ Darüber hinaus kritisierte die Niederländerin beim Deutschlandfunk auch die zurückhaltende Vorgehensweise der Entscheidungsträger: „Das ist wichtig, dass da auf jeden Fall in Zukunft besser hingeschaut wird. Und das war für mich auch die Motivation, mich zu melden.“

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