Foto: Robert Torunsky

Fünftes unbesiegtes Spiel in Folge: Die Zweitliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg beweisen auch in der in Sportlerkreisen als „schwieriges zweites Jahr“ geltenden zweiten Saison nach dem Aufstieg ihre Auswärtsstärke. Nach dem Unentschieden bei Titelkandidat Solingen-Gräfrath im letzten Auftritt in fremder Halle holten sich die Bunkerladies nun im mit fast 500 Zuschauern besetzten „Bienenstock“ des HC Rödertal beim 22:25(10:12) beide Punkte. 

Nach zwei Heimsiegen in Serie – das 31:20 gegen die TG Nürtingen in der Liga und der 25:21-Pokalerfolg gegen die SG H2Ku Herrenberg – reisten die Oberpfälzerinnen mit viel Selbstvertrauen nach Sachsen. Wohlwissend, dass mit den Rödertal Bienen ein starker Gegner mit gleicher Punktausbeute (4:4) warten würde, der in eigener Halle noch unbesiegt war. Für zusätzliche Motivation sorgte kurz vor dem Anpfiff der Einzug der Gästefans, die ohne Wissen der Bunkerladies mit einem Bus angereist waren und für Gänsehautatmosphäre sorgten. 

Die Zuschauer sahen ein intensives Spiel, bei der ESV-Torhüterin Stephanie Lukau zu Beginn gleich mit zwei Glanztaten zur Stelle war. Angeführt von Amelie Bayerl und Marleen Kadenbach warfen sich die Gäste eine 10:5-Führung heraus. Keeperin Lukau unterstützte ihre famos kämpfende Abwehr dabei mustergültig und parierte die ersten beiden Bienen-Strafwürfe. Rödertal nutzte dann eine weitere ESV-Zeitstrafe um in der Schlussphase des ersten Durchgangs auf den 10:12-Halbzeitstand aufzuschließen. Der zugesprochene direkte Freiwurf für den HC mündete dann in einer Roten Karte für Isabel Wolff, die eine Abwehrspielerin im Gesicht traf.

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Die daraus resultierende zweiminütige Überzahl nutzten die Bunkerladies nach Wiederanpfiff zu gut herausgespielten Möglichkeiten, die Würfe verfehlten jedoch das Tor. Da die Deckung jedoch weiter hervorragend stand – ein Sonderlob verdiente sich Franzi Höppe, die trotz vieler packender Duelle ohne Zeitstrafe auskam – konnte sich der ESV trotz der anfänglichen Durststrecke wieder absetzen. In dieser Phase waren es die Außen Johanna Brennauer, Anika Bissel und Theresa Lettl, die ihr Team bis zur 49. Minute mit 21:16 in Front warfen. Eine Unterzahlsituation verloren die Bunkerladies dann jedoch mit 0:2 und der „Bienenstock“ fing richtig zu summen an. Angetrieben von ihren Fans gelang Rödertal dann in der 55. Minute tatsächlich der Ausgleich, da Keeperin Ann Rammer einige gute Regensburger Möglichkeiten vereiteln konnte.

ESV-Coach Csaba Szücs beruhigte sein Team in der Auszeit und nach der Spielwiederaufnahme wurde die starke Rechtsaußen Theresa Lettl freigespielt, die eiskalt verwandelte. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich bekamen die Bunkerladies in der 58. Minute doch noch ihren ersten Strafwurf zugesprochen, den Marleen Kadenbach sicher verwandelte. Eine erneut starke Abwehr brachte den ESV kurz darauf wieder in Ballbesitz und Kreisläuferin Sara Mustafic vergoldete 70 Sekunden vor Ultimo das Kadenbach-Anspiel technisch hochwertig zum 24:22. Rödertal-Trainerin Maike Daniels nahm die Auszeit, doch ihr Team sollte sich keine gute Wurfgelegenheit mehr erspielen können. Den Ballgewinn nutzten die Oberpfälzerinnen dann gegen die offene Bienen-Deckung routiniert zum von Franzi Peter erzielten Treffer zum 25:22-Endstand.

Trainer Csaba war froh und stolz über den hart erkämpften Sieg in der richtungweisenden Partie, die den ESV auf Platz sieben beförderte: „Die Mädels haben in dem Hexenkessel die Nerven bewahrt und sich für ihren aufopfernden Kampf selbst belohnt.“ Das ist umso höher zu bewerten, da die Trainingswoche mit vielen Ausfällen nicht einfach war und mit Julia Drachsler, Nicole Lederer und Sophia Peter wichtige Spielerinnen gefehlt haben. Der Sportliche Leiter Robert Torunsky lobte ebenfalls die exzellente Mannschaftsleistung mit neun verschiedenen Torschützinnen und den Defensiv-Ankern Stephanie Lukau und Franzi Höppe. „Das war heute wieder ein super Spiel der Mädels, die in der Crunchtime sehr abgezockt agiert haben. Ein großes Dankeschön geht auch an unsere sensationellen Fans, die uns immer gepusht und ihren Anteil am Sieg haben. Die Atmosphäre im Bienenstock war über 60 Minuten einfach geil, dafür muss man auch dem lauten, aber sehr fairen Heimpublikum ein Kompliment aussprechen.“ Die Bunkerladies dürfen sich über eines der seltenen spielfreien Wochenenden freuen, bevor am 5. November das Auswärtsspiel bei den Ketscher Bären auf dem Programm steht.

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