Foto: Jörg Dembinski

Beinahe gebetsmühlenartig hatte man in Zwickau in den Vorberichten, beim Hallensprecher bis hin zum Livekommentar darauf verwiesen, dass der gastgebende BSV Sachsen ziemlich genau vor einem Jahr mit einem Erfolg gegen Bayer Leverkusen den ersten Saisonsieg und damit die ersten beide Punkte eingefahren hatte.

Dass sich diese Geschichte nun in ähnlicher Weise wiederholen sollte, war besonders nach den zuletzt gezeigten guten Leistungen der Werkselfen aus dem Rheinland nicht unbedingt zu erwarten. Am Ende gab es mit dem 32:39 aus Bayer-Sicht quasi das Vorjahresergebnis von 22:29 plus jeweils zehn Tore auf beiden Seiten.

Dabei fing die Partie vor etwas mehr als 500 Zuschauern in der Sporthalle Neuplanitz gar nicht so schlecht an für das Team von Trainer Johan Petersson. Nach dem ersten Treffer durch Viola Leuchter führte sich Miranda Nasser mit einer tollen Parade gegen Diana Magnusdottir an ihrem 28. Geburtstag gleich gut in die Partie ein. 

Anschließend erhöhte Fem Boeters vom Kreis nach tollem Anspiel von Viola Leuchter zur 2:0-Gästeführung. Aber bereits der erwähnten Glanztat von Nasser war ein eklatanter Abwehrfehler vorangegangen. Ein Muster, welches sich dann über die gesamte Spielzeit fortsetzen sollte: keine Abwehr- und keine Tohüterleistung.

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So hatten die Werkelfen trotz einer zufriedenstellenden Angriffsleistung keine Chance auf einen Punktgewinn, der schon Mitte der ersten Hälfte in weite Ferne gerückt war. Der BSV Sachsen spielte wie entfesselt auf, traf nach Belieben und ging nach zwischenzeitlicher Fünf-Tore-Führung „nur“ mit einem 19:16 in die Kabinen. 

Doch nach dem Wechsel ging das muntere Torewerfen weiter und der Vorsprung war beim 37:28 sogar auf neun Tore angewachsen, ehe die Elfen am Ende noch ein wenig Ergebniskosmetik betreiben konnten. „Dass wir 39 Tore gegen Leverkusen erzielen hätte ich vor der Partie so nicht für möglich gehalten. Da haben wir heute wohl viel richtig gemacht“, freute sich Zwickaus Trainer Norman Rentsch über den ersten Sieg und die ersten Punkte in der Saison.

„Unsere Defensivleistung war heute ein Albtraum. Wir haben einen Fehler an den anderen gereiht. In der ersten Halbzeit 19 und nach der Pause 20 Gegentore, dafür habe ich keine richtige Erklärung“, so ein frustrierter Elfentrainer Johan Petersson: „Ich hatte darauf hingewiesen, dass es in Zwickau nur mit Kampf und Leidenschaft geht, doch davon war nichts zu sehen. Das habe ich so nicht erwartet und es ist eine große Negativüberraschung für mich, dass es ausnahmslos alle Spielerinnen betraf.“

So gehen die Elfen nach der dritten Saisonniederlage mit einem deftigen Negativerlebnis in die EM-Pause und müssen bis Ende November warten, ehe sie Wiedergutmachung in eigener Sache betreiben können. Gegner am 27.11. ist dann Aufsteiger und Schlusslicht VfL Waiblingen, der dann seine Visitenkarte in der Ostermann Arena abgegeben wird.

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