Foto: Hans-Christian Wagner

Es war ein echter Pokalfight und die Zweitliga-Handballerinnen bewiesen dabei wieder einmal Kampfgeist und Comeback-Qualitäten: Nach 47 Minuten lag das Heimteam mit 17:20 in Rückstand, doch eine sensationelle Abwehrleistung führte dazu, dass Ligakonkurrent SG H2Ku Herrenberg bis zum Schlusspfiff und dem 25:21(12:11)-Endstand nur noch ein einziger Treffer gelang.

Die Bunkerladies knüpften von Beginn an ihre starke Defensivleistung der Vorwoche beim 31:20-Ligasieg über die TG Nürtingen an. Torhüterin Stephanie Lukau war erneut ein glänzender Rückhalt und bis zur 13. Minute führte der ESV mit 6:3. Auf den großgewachsenen Innenblock wartete in der Defensive Schwerstarbeit, denn der Kuties-Rückraum um Zweitliga-Toptorjägerin Lea Neubrander, die quirlige Marie-Christine Beddies und die Bundesliga-erfahrene Linkshänderin Nives Klobucar war brandgefährlich. Gästetrainer Hans Christensen schonte in dem Pokalspiel keine Leistungsträgerin und hatte sein Team mit einer giftigen Deckung gut eingestellt. Apropos: Die Oberpfälzerinnen brauchten einige Zeit, sich auf die Linie der guten Schiedsrichter einzustellen, die bei Würfen mit Kontakt häufig der abwehrenden Mannschaft den Ball zusprachen. Einzig beim etwas zu früh angezeigtem passiven Vorwarnzeichen hätten sich die Unparteiischen mehr Zeit lassen sollen.

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Der ESV verzeichnete, auch durch den zusätzlichen Stress, einige Ballverluste zu viel: Da ein paar Stützen nicht ihren besten Tag erwischt hatten, machte sich das Fehlen von Sophia Peter und Nicole Lederer stark bemerkbar. Die Durchbrüche der Rückraumspieler fehlten und über den Kreis ging nicht viel. Das Spiel über die Flügel klappte indes hervorragend: Anika Bissel gelangen in ihrem Startsieben-Debüt gegen ihren Ex-Verein fünf blitzsaubere Tore. Auch ihr Gegenüber Nicole Schiegerl präsentierte sich stark und war mit acht Toren beste Werferin des Abends. Die 12:11-Halbzeitführung fiel angesichts der Feldvorteile etwas knapp aus.

In der Pause hatten sich die Bunkerladies viel vorgenommen, die Umsetzung klappte jedoch nicht wie gewünscht. Anspielversuche ohne eigene Torgefahr landeten beim Gegner, dazu kaufte die eingewechselte Kuties-Torhüterin Laura Waldenmaier den Angreiferinnen gleich mehrere Hochkaräter wie einen Strafwurf und weitere gute Möglichkeiten aus der Nahwurfzone ab. Nach der 20:17-Führung schienen die Gäste auf der Siegerstraße, schwächten sich jedoch durch einen Kopftreffer gegen Lukau  und der daraus resultierenden unstrittigen Zeitstrafe selbst. Der ESV nutzte die zweiminütige Überzahl mit drei Treffern ideal aus und das vierte Tor in Serie von Franzi Peter zum 21:20 brachte die Halle endgültig zum Kochen. Den Deckel auf den Sieg machte Rechtsaußen Nicole Schiegerl mit einem spektakulären Rückraumtreffer in den Giebel zum 23:20 in der 57. Minute. Das Abwehrbollwerk erledigte den Rest.

„Herrenberg war der erwartet unangenehme Gegner und hat es uns sehr schwer gemacht. Offensiv haben wir einige Fehler zu viel gemacht, aber das zum Glück mit der starken Defensivleistung kompensieren können. In den letzten 13 Minuten waren wir klar die bessere Mannschaft und haben deswegen auch verdient gewonnen“, bilanzierte ESV-Trainer Csaba Szücs. „Mit nur fünf Torschützinnen ist es schwer zu gewinnen, die Mädels haben es mit ihrer herausragenden Mentalität trotzdem geschafft. Ein großes Kompliment an die Zuschauer, die in der entscheidenden Phase den Bunker zum Hexenkessel gemacht haben“, freute sich der Sportliche Leiter über den historischen, da erstmaligen Einzug ins Achtelfinale des Pokalwettbewerbs.

Die letzten Spiele der 2. Runde des DHB-Pokals werden am kommenden Mittwoch ausgetragen, mit Blick auf die bisherigen Ergebnisse haben die Bunkerladies bei der Auslosung gute Aussichten auf ein Duell mit einem Erstligisten in der Runde der letzten 16. Gelost wird am kommenden Samstagnachmittag im Rahmen des Bundesliga-Spiels Buxtehuder SV gegen Borussia Dortmund, zwei der möglichen Gegner der ESV-Frauen. Als Losfee fungiert Ex-Nationalspielerin Lone Fischer.

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