Foto: Hans-Christian Wagner

Am Samstag, 15. Oktober ist es endlich so weit: Nach über 13 Jahren – der letzte Auftritt auf eigenem Parkett war eine 21:28-Heimniederlage gegen die SG Leutershausen am 5. September 2009 – haben die Zweitliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg wieder ein Heimspiel im DHB-Pokal. Gegner ist mit der SG H2Ku Herrenberg ein Ligarivale und etablierter Zeitligist.

Nachdem die Bunkerladies in der 1. Runde mit den Kurpfalz Bären Ketsch im einzigen Zweitliga-Duell im Wettbewerb das schwerste Los (27:22-Auswärtssieg für den ESV) zugelost bekamen, hat Fortuna diesmal in Runde 2 ein Heimspiel beschert. Die „Kuties“ hielten sich beim Drittliga-Absteiger HSG DJK Marpingen-SC Alsweiler, dem Ex-Verein von ESV-Linksaußen Johanna Brennauer, mit 38:28 schadlos. Bei der Mannschaft aus der Nähe von Tübingen ist die Aufstellung immer auch von der des Bundesliga-Kooperationspartners TuS Metzingen abhängig: U18-Nationaltorhüterin Marie Weiss und Sabrina Tröster verfügen über ein Doppelspielrecht.  Spektakulärster Neuzugang im Team des neuen Trainers Werner Bösch ist die kroatische Linkshänderin Nives Klobucar, die in der vergangenen Spielzeit noch beim Bundesligisten TSV Bayer 04 Leverkusen am Ball war.  Die SG belegt nach vier Spieltagen mit 2:6 Punkten den 14. Platz im 16er-Feld, hatte aber mit den Duellen gegen die verlustpunktfreien Spitzenteams aus Göppingen und Leipzig sowie dem Auswärtsspiel in Berlin ein mindestens so schwieriges Auftaktprogramm wie die Regensburgerinnen. Der Heimsieg gegen den ambitionierten TuS Lintfort am ersten Spieltag hat gezeigt, dass an einem guten Tag viele Teams sich gegen Herrenberg strecken müssen.

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Möglicherweise ist der ESV, dem in der vergangenen Runde zwei Siege über die „Kuties“ gelangen, in eigener Halle leicht favorisiert, doch der Pokal hat ja bekanntlich eigene Gesetze. Mit Klobucar und Goalgetterin Lea Neubrander, mit 34 Toren die Nummer eins der Liga-Torschützenliste, verfügen die Gäste über brandgefährliche Angreiferinnen. Das bedeutet Schwerstarbeit für die ESV-Deckung, die sich just am vergangenen Wochenende beim 31:20-Erfolg über Nürtingen von ihrer Schokoladenseite präsentierte. Jeweils nur zehn Gegentore pro Hälfte gegen einen Gegner in Bestbesetzung, der zudem häufig die Torhüterin vom Feld nahm, waren exzellent. Darauf möchte Trainer Csaba Szücs aufbauen und hofft, wieder mehr personelle Alternativen zur Verfügung zu haben. Linkshänderin Franzi Peter sollte wieder parat stehen, auch eine Rückkehr von Kreisläuferin Julia Drachsler ist zu erwarten. „Das wird eine interessante Partie, gerade auch vor dem Hintergrund, dass wir fünf Wochen später in der Liga in Herrenberg spielen werden“, sagt Szücs.

Ein besonderes Spiel stellt die Partie für Anika Bissel dar: Die Linksaußen kämpfte mit Herrenberg zwei Spielzeiten um Punkte und 2020/21 sogar um den Erstliga-Aufstieg. Verletzungsbedingt war ihr jedoch in der vergangenen Saison kein Spiel für den ESV und somit auch kein Kräftemessen mit dem Ex-Klub vergönnt. Das soll am Samstag nun endlich nachgeholt werden und die 22-Jährige hat sich mit fünf blitzsauberen Toren gegen Nürtingen auch schon warmgeworfen.  

Und auch wenn für beide Teams der Klassenerhalt in der 2. Handball Bundesliga Frauen Priorität genießt, ist die Möglichkeit, in die Runde der besten 16 einzuziehen, etwas Besonderes, für manche der Bunkerladies vielleicht sogar Einmaliges. Nachzufragen bei Marleen Kadenbach: Der ESV-Neuzugang, gegen Nürtingen zehnmal aus dem Feld erfolgreich,  stand mit dem jetzigen Ligakonkurrent Buchholz 08-Rosengarten 2021 sogar im Finale des Wettbewerbs und darf sich Vize-Pokalsiegerin nennen. Für den ESV wäre es in der über 90-jährigen Abteilungshistorie der erste Einzug ins Achtelfinale überhaupt und für viele im Kader ein Karrierehighlight. „Wer weiß schon, wie oft sich solche Möglichkeiten, gerade in der heutigen Zeit, bieten. Ich hoffe, dass viele Handball- und Sportfans der Region sich das Live-Erlebnis nicht entgehen lassen und uns mit ihrer Unterstützung zum Sieg tragen werden,“ sagt der Sportliche Leiter Robert Torunsky. „Wir möchten nach drei unbesiegten Partien in Serie das zuletzt gewonnene Selbstvertrauen nicht verlieren und mit dem Weiterkommen uns für die richtungweisenden Liga-Auswärtsspiele in Rödertal und Ketsch zusätzliche Sicherheit holen“, blickt Co-Trainer Bernhard Goldbach voraus. Anwurf ist diesmal um 18.30 Uhr in der „Bunker“ genannten ESV-Sporthalle an der Dechbettener Brücke.

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