Foto: Jörg Dembinski

Nach 38 Minuten gespielten Minuten in der Leverkusener Ostermann Arena schien das HBF-Topspiel entschieden. Nachdem Dagmara Nocun zwei schnelle Tore in Folge erzielte und ihr Team mit 19:12 in Führung gebracht hatte, schien der Gast aus Metzingen zwei sicheren Auswärtspunkten entgegenzustreben.

Selbst die größten Optimisten unter den Leverkusener Anhängern hatten wohl nicht mehr an eine Wende zugunsten ihrer Werkselfen geglaubt. Doch weit gefehlt, mit einer wahren Energieleistung drehte das Team von Trainer Johan Petersson die Partie und gewann am Ende sogar noch deutlich mit 26:22 (9:12).

„Wir haben zu viele Fehler gemacht und zu viele Fehlwürfe in den letzten rund 20 Minuten gemacht. Wenn man dann diese klaren Situationen nicht verwertet, hat man es nicht verdient, irgendwo zu gewinnen. Zudem haben wir uns nicht an das taktische Konzept gehalten“, so ein enttäuschter Tussies-Coach Werner Bösch.

In Zahlen ausgedrückt bedeutete dies, dass die letzten 20 Minuten mit sage und schreibe 14:3 zugunsten der Gastgeberinnen ausfielen. Mit verantwortlich für die Wende war unter anderem das konsequente 7:6 im Leverkusener Angriff, womit die Tussies große Probleme hatten, während auf Bayer-Seite nun mit jedem Tor das Selbstvertrauen wuchs und sich das Team am Ende mit einem nicht mehr für möglich gehaltenen ersten Saisonsieg belohnte.

frauenhandball.com powered by Sport | Medien | Mundt
frauenhandball.com powered by Sport | Medien | Mundt

„Wir haben die ganze gut in der Abwehr gestanden, aber im Angriff funktionierte nicht viel, wie man an nur neun Toren in der ersten Halbzeit gesehen hat. Doch in der zweiten Hälfte bekommen wir plötzlich einen Lauf und bei den Tussies ist dann plötzlich der Wurm drin im Angriff. Heute war es dann einfach unser Tag und wir freuen uns sehr, dass wir zu Hause gegen Metzingen gewonnen haben“, so ein erleichterter Johan Petersson.

„Man hat heute gesehen, was wir mit einer superjungen Truppe anstellen können, wenn wir in Fahrt kommen. Mitentscheidend war sicherlich, dass wir den Gegner unter 23 Toren halten konnten. Im Angriff haben wir dann zweite Hälfte auf 7:6 umgestellt und haben das sehr geduldig gespielt. Viola hatte viel Zug zum Tor und hat da einen super Job gemacht“, freute sich Mareike Thomaier über den Sieg und verteilte ein Lob an Mitspielerin Viola Leuchter, die durch ein gutes Entscheidungsverhalten und Torgefahr glänzte.

Die in der zweiten Hälfte sehr starke Thomaier war es aber selbst, die nach dem frühen Ausgleich von Zivile Jurgutyte zum 22:22 (52.) in den letzten drei Minuten mit zwei wichtigen Toren zum 24:22 die Elfen auf die Siegerstraße brachte. Erneut Jurgutyte und Jennifer Souza fast mit der Schlusssirene rundeten dann einen nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg ab.

Für die junge Leverkusener Mannschaft, die phasenweise mit sechs Spielerinnen aus der eigenen Jugend auf dem Spielfeld standen, war der erste Saisonerfolg besonders aus psychologischer Sicht sehr wichtig und gibt nicht nur aus Sicht von Mareike Thomaier „Aufschwung für die nächsten Spiele“.

Du willst frauenhandball.com einmalig oder dauerhaft unterstützen? Nutze dafür gerne die unkomplizierte Zahlungsoption via PayPal. Danke, dass du die Berichterstattung jetzt und auch in Zukunft möglich machst.