Die SG BBM Bietigheim sorgt am 4. Spieltag der EHF Champions League für die Sensation. Mit 32:30 (16:17) gewann der Deutsche Meister zuhause gegen den Titelverteidiger Vipers Kristiansand und ist damit Tabellenführer der Gruppe A.

Vor 1803 Zuschauern in der Ludwigsburger MHPArena parierte Torhüterin Melinda Szikora gleich einen Siebenmeter von Mareta Jerabkova. Danach kam der Titelverteidiger schnell zum 2:0, Kim Naidzinavicius erzielte per erfolgreichem Siebenmeter den Anschluss. Doch die Norwegerinnen zogen weiter auf 5:1 davon und zeigten im Angriff und Abwehr eindrucksvoll die Qualitäten ihres Edelkaders. Ein 3:0-Lauf durch Xenia Smits, Karolina Kudlacz-Gloc und Kim Naidzinavicius brachte den Anschluss zum 5:4. In der von Beginn an stimmungsvollen MHPArena markierte Kelly Dulfer den umjubelten 6:6-Ausgleich. Danach hatte die SG BBM eine doppelte Unterzahl zu überstehen, in welcher trotzdem Julia Maidhof das 7:7 erzielte – die MHPArena hatte sich längst in einen Hexenkessel verwandelt. 

Melinda Szikora, einmal mehr überragend, parierte den nachfolgenden Angriff der Vipers. In der 17. Minute führte die immer stärker werdende SG BBM mit 10:8, Abwehrverbund und Angriffsspiel stellten den Titelverteidiger vor maximale Probleme. Gästecoach Ole Gjekstad war somit gezwungen, seine erste Auszeit zu nehmen. Auch im Anschluss hatte Bietigheim mehr vom Spiel. Besonders Melinda Szikora im Tor lief heiß und entschärfte weitere Großchancen der Vipers. Doch auch die ungarische Nationaltorhüterin konnte das 12:12 nach 24 Minuten nicht verhindern. Das hochklassige Match war bis zum Pausenpfiff ausgeglichen. Mit einem knappen 17:16 für Kristiansand ging es in die Halbzeitpause.

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Auch im zweiten Durchgang war die Begegnung zunächst ausgeglichen. Kristiansand startete wie in Durchgang eins extrem stark. In der Offensive des Champions League-Siegers führte die Russin Anna Vyakhireva gekonnt Regie. Nach 39 gespielten Minuten, beim Stand von 23:19 für die Vipers, nahm Markus Gaugisch seine zweite Auszeit, die sofort Wirkung zeigte. Xenia Smits netzte spektakulär im Anschluss zum 23:20 aus dem Rückraum. Die überragende Karolina Kudlacz-Gloc legte das 23:21 nach und Xenia Smits haute den Anschluss zum 23:22 in die Maschen. Das Match war wieder offen und die SG BBM kämpfte sich weiter zurück. In der 38. Minute egalisierte Karolina Kudlacz-Gloc zum 27:27 und legte drei Minuten später die Führung zum 28:27 nach. Mit 29:29 ging es in die letzten fünf Minuten – die Zuschauer in der MHPArena hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen. Kim Naidzinavicius eiskalt per Siebenmeter und Trine Østergaard stellten abgezockt auf 31:29, worauf Ole Gustav Gjekstad in der 56. Minute seine letzte Auszeit nehmen musste. Kapitänin Xenia Smits traf zur vermutlichen Vorentscheidung zum 32:29. Bietigheim musste danach eine überraschend harte doppelte Unterzahl, ausgesprochen gegen Kelly Dulfer und Xenia Smits, überstehen. Die Vipers trafen zum 32:30. Die SG BBM spielte seine Unterzahlangriffe routiniert aus und schaffte die Sensation. 60 Spiele ist die SG BBM damit ungeschlagen und setzt sich mit diesem Erfolg nach vier Spieltagen an die Spitze der Gruppe A.

SG BBM Cheftrainer Markus Gaugisch: „Wir sind nicht die Einzigen, die heute Feuer und Flamme waren. Das Publikum in der Arena war es auch. Wir hatten eine überragende Atmosphäre, welche uns durch dieses harte Match trug. Die Vipers lagen meistens vorne, wir hatten drei oder vier schwache Perioden und dann kam mein Team bravourös zurück. Meine Mädels glaubten immer an ihre Stärke und das war der Schlüssel zu dieser sensationellen Teamleistung.“

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