Foto: Jörg Dembinski

Mit einem Punkt im Gepäck ging es für die Bundesliga-Handballerinnen des TSV Bayer 04 Leverkusen nach 60 packenden Minuten auf die Heimfahrt vom Auswärtsspiel in Buxtehude. Ob es am Ende ein gewonnener oder doch verlorener Punkt war, werden sich nicht nur beide Trainer nach dem Spiel gefragt haben.

Nach Ende der ersten 30 Minuten, der mit Abstand besten Halbzeit der Werkselfen in der noch jungen Saison, konnte man auf Seiten der Gäste nach einer souveränen Vorstellung in Angriff und Abwehr sowie einer deutlichen 17:10-Führung sicherlich auf mehr als nur einen Punkt hoffen.

Die Defensive stand hervorragend und Torhüterin Miranda Nasser bot hinter der Abwehrreihe eine ganz starke Partie mit zwölf Paraden inklusive eines gehaltenen Siebenmeters. Rund 55 Prozent abgewehrter Bälle stand auf dem Leistungsnachweis der Schwedin nach der ersten Hälfte.

Auch im Angriff wusste das Bayer-Team zu überzeugen. Immer wieder fand man die Lücken in der Buxtehuder Abwehr und brachte entweder Fem Boeters am Kreis oder Viola Leuchter im Rückraum in gute Wurfpositionen, sodass die Elfen nach einer einwandfreien Leistung mit einem Sieben-Tore-Vorsprung in die Pause gingen.

Nach dem Wechsel zeigten sich dann aber die Gastgeberinnen nach einer „gebrauchten“ ersten Hälfte von ihrer Schokoladenseite. Parallelen zum Auftritt der Elfen im März in Oldenburg wurden wach. Auch da war man mit sieben Treffern Vorsprung in die Kabine gegangen und musste am Ende noch um einen Punkt zittern, da der VfL am Ende noch in Ballbesitz war.

So war es nun auch in Buxtehude. Der BSV holte Tor um Tor auf, auch begünstigt durch eine Vielzahl zugesprochener Siebenmeter, und hatte am Ende in Person von Liv Süchting sogar noch die Chance aus einem 28:28 einen 29:28-Sieg zu machen. Doch der Freiwurf der Rückraumspielerin ging über den Kasten und so blieb es bei der am Ende wohl gerechtenPunkteteilung.

„Wir haben zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen. Wir haben eine richtig gute erste Hälfte gespielt, nach der Pause hat Buxtehuder super gespielt. Ich hätte mir gewünscht, dass die Mannschaften das Spiel entscheiden können und nicht die Schiedsrichter, mit denen ich überhaupt nicht zufrieden war“, so Elfentrainer Johan Petersson nach der Partie.

Denn der schwedische Coach erhielt nicht nur in der 54. Minute eine Zeitstrafe, sondern wurdevom Schiedsrichtergespann Klinke/Klinke rund 50 Sekunden vor dem Ende sogar mit der Roten Karte bedacht. 

Der 49-Jährige echauffierte sich bei einer Entscheidung zugunsten des BSV nach Meinung der Unparteiischen wohl zu heftig und wurde auf die Tribüne geschickt.

Anschließend kassierten die Elfen erneut einen Strafwurf, den Charlotte Kähr zum 28:28 verwandelte. Als der letzte Angriff der Elfen in Unterzahl zum Ballverlust führte, drohte sogar noch eine Niederlage, doch der besagteSüchting-Freiwurf fand den Weg ins Tor nicht.

So blieb es beim Remis, aus dem Petersson dennoch viel Gutes ziehen konnte: „Es ist noch eine verdammt lange Saison und am Ende bekommt man irgendwo diesen Punkt zurück. Ich bin heute nicht so zufrieden, aber wir haben dennoch eine Schritt nach vorne gemacht und das Positive müssen wir mitnehmen für die kommenden Aufgaben.“

Da am kommenden Wochenende zwei Länderspiele in Frankreich auf dem Programm stehen, geht es für die Werkelfen erst am 9. Oktober weiter. Dann trifft man um 16.00 Uhr in der heimischen Ostermann Arena auf die Tussies aus Metzingen.

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