Die Handball-Luchse konnten sich über zwei Punkte freuen (Foto: Katja Hinrichs, Handball-Luchse Marketing GmbH&Co.KG)

Nur allzu gerne hätten die Zweitliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg beim Ligaauftakt der Saison 2022/23 ihrem Neuzugang Marleen Kadenbach an alter Wirkungsstäte einen Sieg geschenkt. Lange Zeit sah es in einem Spiel auf Augenhöhe auch gut aus, doch am Ende hatte Bundesliga-Absteiger HL Buchholz 08-Rosengarten Glück und die geringere Fehlerquote auf seiner Seite und behielt beim 32:27(15:16) beide Punkte. 

Die zahlreichen Zuschauer in der südlich von Hamburg gelegenen Nordheide-Halle, die Kadenbach herzlich begrüßt hatten, sahen von Beginn an ein flottes Spiel. Den weit gereisten Gästen aus der Oberpfalz fehlte zu Beginn in der Deckung der Zugriff, doch mit Tempospiel konnte die meist leichte Führung der „Handballluchse“ schnell egalisiert werden. Die ESV-Abwehr steigerte sich im Verlauf des ersten Durchgangs, belohnte sich aber zu selten. Buchholz-Rosengarten behielt bei angezeigtem passiven Vorwarnzeichen gleich mehrere Male die Nerven und verhinderte den drohenden Ballverlust bestmöglich – mit Torerfolgen. So auch wenige Sekunden vor der Pause, als ein Notwurf von Luchse-Neuzugang Levke Kretschmann, in der vergangenen Saison im Trikot des MTV Heide auf Platz zwei der Torschützenliste gelandet, die 16:15-Pausenführung der Niedersächsinnen bedeutete.

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In der Kabine hatten sich die Bunkerladies vorgenommen, in der Deckung noch kompakter zu agieren und im Angriff das Spiel noch breiter anzulegen. Die Vorhaben wurden auch umgesetzt: Die starke rechte Seite um Franzi Peter und Nicole Schiegerl war ohnehin schon gut im Spiel und auf der Linksaußenposition klappte das Wechselspiel: Anika Bissel steuerte in ihrem Zweitligadebüt für den ESV zwei blitzsaubere Treffer bei. Der hochmotivierten Marleen Kadenbach war es vorbehalten, in der 44. Minute für die erste Regensburger Führung überhaupt zu sorgen. Als Franzi Peter kurz darauf zum 21:19 erhöhte und Wiebke Meyer eine Zeitstrafe erhielt, schien das Blatt sich zu Gunsten der Gäste zu wenden. Eine nicht gut gespielte Überzahl brachte den Handballluchsen innerhalb von nur zwei Minuten aber den Ausgleich. ESV-Trainer Csaba Szücs griff zur Auszeit-Karte und forderte mehr Ruhe ein.

Die zahlreichen Zeitstrafen (9:6) für Regensburg hatten aber Kraft gekostet, zudem spielte den Gastgeberinnen auch die großzügige Regelauslegung bei den Schritten der Berliner Unparteiischen in die Karten. Auch mit Fortuna waren die Bunkerladies nicht im Bunde: Holztreffer, ein aberkanntes Tor durch Kreisübertritt und das Ausscheiden von Torhüterin Norá Mestyán ließen die Quoten auf einen Auswärtssieg bei den Buchmachern in Minute zu Minute in die Höhe schnellen. Bei Buchholz-Rosengarten ging nun fast alles und in der Schlussphase wurde so der Sieg mit 32:27 deutlicher, als der Spielverlauf es widergespiegelt hatte.

„Wir haben heute ein paar Fehler zu viel gemacht, die dann bestraft wurden. Man hat in einigen Aktionen einfach gemerkt, dass Buchholz über Spielerinnen mit Bundesliga-Erfahrung verfügt“, sagte ESV-Trainer Csaba Szücs und lobte dabei exemplarisch die Luchse-Keeperin Mareike Vogel, die neun Jahre älter als die erfahrenste Regensburger Spielerin Nicole Lederer (27) ist, für einige Glanztaten.

„Man kann nicht erwarten, bei einem Bundesliga-Absteiger zu gewinnen, aber mit ein bisschen mehr Glück wäre was drin gewesen“, schloss der Coach. „Schade, dass wir unsere Überzahl beim 21:19 nicht nutzen konnten, das war rückblickend wahrscheinlich der Knackpunkt“, sagte der Sportliche Leiter Robert Torunsky. „Heute war es die Summe vieler Kleinigkeiten, die für die Niederlage gesorgt haben. Mit unseren Fans im Rücken wollen wir am kommenden Samstag gegen Mainz das Spielglück wieder erzwingen.“

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