Foto: Hans-Christian Wagner

Am Sonntag starten die Zweitliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg in die Saison 2022/23. Um 15 Uhr wird die Mannschaft von Trainer Csaba Szücs im einzigen Zweitligaduell der ersten DHB-Pokalrunde versuchen, bei den Kurpfalz Bären Ketsch die nächste Runde einzuziehen.

Teilnahmen am wichtigsten deutschen Pokalwettbewerb sind für den einzigen bayerischen Bundesligisten genauso besonders wie selten: Fast auf den Tag genau 13 Jahre – eine 21:28-Heiniederlage gegen die SG Leutershausen am 5. September 2009 – ist der letzte Auftritt des ESV 1927 Regensburg im DHB-Pokal mittlerweile her. Eine sehr gute Chance auf die Rückkehr in den Pokalwettbewerb wurde Anfang 2020 durch Corona zunichte gemacht, da der BHV-Pokal im Halbfinale abgebrochen wurde. Die Pandemie war auch der Grund, warum in der vergangenen Saison mit den Zweitligisten der Saison 2020/21 gespielt wurde und der ESV als Aufsteiger 2021 nicht mit von der Partie war.

Nun sin die Oberpfälzerinnen also zurück und haben mit den Kurpfalz Bären Ketsch gleich den schwerstmöglichen Gegner der ersten Runde vor der Brust. Alle anderen Zweitligisten sind entweder spielfrei oder treffen auf niederklassigere Gegner. „Ich bin eigentlich ganz froh, dass wir vor dem Ligastart bei Bundesligaabsteiger Buchholz 08-Rosengarten am 10. September auswärts einen Härtetest absolvieren können. So ein „Siegen-oder-Fliegen“-Spiel bringt viel mehr als ein weitere Testbegegnung“, sagt der Sportliche Leiter Robert Torunsky.

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Mit den Kurpfalz Bären Ketsch haben die Regensburgerinnen noch eine Rechnung offen: Am letzten Spieltag verlor der ESV in der Neurott-Halle ersatzgeschwächt mit 24:32. Bei den Gastgeberinnen hat sich seitdem viel getan. Sieben Abgängen – darunter die Nummer drei der Liga Torschützenliste 21/22 Cara Reuthal (Halle-Neustadt, 1. Liga), Shooterin Lara Eckhardt (Waiblingen, 1. Liga), Kreisläuferin Lena Feiniler (Oldenburg; 1. Liga) sowie die etablierten Linkshänderinnen Sophia Sommerrock und Sina Michels (beide Karriereende) – stehen sechs junge Neuzugänge wie U18-Nationaspielerin Gianina Bianco oder die 20-jährige Kreisläuferin Nele Wenzel (Blomberg-Lippe) gegenüber. Trainerin Franziska Steil muss versuchen, die erfahrenen Kräfte mit den talentierten Neuzugängen zu ersetzen.„Grundsätzlich müssen wir unser Spiel verändern, denn wir haben jetzt viele kleine Spielerinnen im Kader. Entsprechend giftig und bissig wollen wir agieren. So wollen wir unsere körperlichen Nachteile wettmachen“, sagte Steil der Schwetzinger Zeitung.

Bei den Regensburgerinnen gab es deutlich weniger Fluktuation: Den Neuzugängen Marleen Kadenbach, Theresa Lettl und Stephanie Lukau stehen die Abgänge von Torhüterin Natalia Krupa, Melanie Kapser und Julia Smidéliusz gegenüber. Dazu sieht es gut aus, dass Anika Bissel nach langer Leidenszeit bald ihr Pflichtspieldebüt für den ESV geben kann. Die Linksaußen absolvierte jüngst beim Trainingsspiel gegen die SG Kappelwindeck/Steinbach nach über einem Jahr die ersten Handballminuten.

Trainer Csaba Szücs kann personell nahezu aus dem Vollen schöpfen: Toptalent Sophia Peter wird mit einer Knieverletzung noch einige Zeit ausfallen, Carina Vetter pausiert studienbedingt eine Zeit lang. Der Coach erwartet „eine enge Partie, in der die Tagesform den Ausschlag geben wird“. Dem klaren Sieg beim Stromberg-Cup in Bönnigheim vor wenigen Wochen misst er keine Bedeutung bei: „Das wird ein ganz anderes Spiel. Ketsch spielt zu Hause und wird mit den eigenen Fans im Rücken eine harte Nuss, die wir mit einer guten Teamleistung aber knacken können.“ Für Spannung in der Spitzenbegegnung der ersten Runde des DHB-Pokals ist also gesorgt.

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