Foto: Jörg Dembinski

Drei Spiele innerhalb von vier Tagen sind für einen Bundesligisten auch nicht einfach. Nachdem am Donnerstag in Mühlhausen der BSV Sachsen Zwickau bezwungen wurde, traf die Thüringer Mannschaft am Samstag und am Sonntag auf den polnischen Erstligisten KPR Gminy Kobierzyce. Um den Spielemarathon einer Woche komplett zu machen, wartet am kommenden Donnerstag eine weitere Begegnung gegen den BSV Sachsen Zwickau in der Sporthalle Neuplanitz.

Im Tor glänzten Nicole Rothe und Irma Schjött mit tollen Paraden und stabilisierten so die Abwehr. Im Zentrum zogen Sonja Frey und Madeleine Hilby die Fäden und gaben die Richtung vor. Mit einfach herausgespielten Toren deckten die Polinnen besonders im Samstagsspiel die noch vorhandenen Schwächen in der Abwehrarbeit des THC auf.

Von der Strafwurflinie war neben Sonja Frey auch Mannschaftskapitänin Anika Niederwieser erfolgreich, die im Zentrum die Abwehr leitete. Für Herbert Müller bot sich bei beiden Spielen die Möglichkeit, verschiedene Aufstellungsvarianten zu testen, um die idealen Angriffs- und Abwehrreihen zu formen und so das Spiel unberechenbarer zu gestalten.

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Das polnische Torhütergespann Beata Kowalczyk und Patrycja Chojnacka machten es den Spielerinnen des Thüringer HC an beiden Tagen oft schwer. Sie parierten sehenswert Würfe auf ihr Tor, so auch am Samstag zwei Strafwürfe von Sonja Frey und Anika Niederwieser. Herbert Müller zeigte sich immer wieder unzufrieden mit seinem Team, die mit dem schnellen und dynamischen Aufbauspiel der Gäste phasenweise nicht zurechtkamen.
Im Verlauf der beiden Spiele stabilisierte sich der THC. In der Abwehr agierten die Thüringerinnen kompakter und offensiver. Mit deutlich höherem Tempo vor allem auf den Außenpositionen übernahm das Team von Herbert Müller die Spielführung und setzte die Gäste unter Druck. Leichtfertige Ballverluste vorm gegnerischen Tor nutzte Kobierzyce zu erfolgreich abgeschlossenen Tempogegenstößen. 

Für den Thüringer HC verlief das Spiel am zweiten Tag deutlich besser. Die vom Trainer erkannten Mängel konnten größtenteils bereinigt werden. Die Mannschaft versuchte, den Spielverlauf von Beginn an deutlicher zu eigenen Gunsten zu gestalten. Leider blieben in der ersten Halbzeit noch so einige klare Chancen liegen, sonst wäre schon das Halbzeitergebnis deutlicher ausgefallen. In der zweiten Spielhälfte ließ der THC nichts anbrennen. Mit schnellem Spielaufbau aus einer kompakt stehenden Abwehr wurde der Vorsprung auf zehn Tore ausgebaut.

Stimmen nach dem Spiel am Samstag
Herbert Müller (Thüringer HC): “Wir haben heute ein sehr kampfbetontes Spiel gegen eine gute Truppe aus Kobierzyce gesehen, die wirklich als Mannschaft auftreten. Ich finde die so aktiv, so aggressiv. Die haben uns heute eine richtige Deckungsschlacht geliefert, waren sehr präsent in der Abwehr, im Angriff sehr dynamisch zum Tor gegangen. Sie haben mit einfachen Mitteln das Hinterlaufen gespielt, dann versucht auf der zweier Position zu isolieren und in ein Eins-gegen-eins zu gehen. Wir hatten lange Probleme. Ich freue mich, dass wir so ein Spiel heute hatten und wir wirklich an die Grenzen gehen mussten. In der ersten Halbzeit hatten wir zu viele technische Fehler, das hat mir nicht gefallen. In der zweiten Halbzeit sind wir über eine gute Abwehrleistung vorentscheidend auf fünf Tore weg. Wir hatten dann zwei Siebenmeter, da muss man den Sack entschlossen zumachen, auf sieben weggehen und nicht noch mal hintenraus das Spiel enger werden lassen. Ich denke, es war ein verdienter und in der Höhe mit zwei Toren gerechter Erfolg.”

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