Foto: Hans-Christian Wagner

Im Tigerkäfig sollte man sich im Zoo besser nicht aufhalten, in der 2. Handball-Bundesliga ist dies aktuell aber die erste Adresse: Die Waiblingen Tigers besetzen nach 26 Spieltagen den Platz an der Sonne und haben den Aufstieg in die Beletage vor Augen. Der ESV 1927 Regensburg freut sich am Samstagabend um 18.30 Uhr auf eine stimmungsvolle Rundsporthalle und möchte sich am liebsten ähnlich gut verkaufen wie beim 26:26-Unentschieden im Hinspiel.

In einer Saison voller Highlights für den Aufsteiger aus Regensburg, der auch nach dem spielfreien Wochenende zuletzt den fünften Platz im 16er-Feld belegt, ragte das Unentschieden gegen Waiblingen am 11. Dezember gegen den Klassenprimus sicherlich heraus. Damals holten die Bunkerladies stark ersatzgeschwächt einen Rückstand in der Schlussphase auf und egalisierten kurz vor der Sirene zum 26:26-Endstand. Der erste Punktgewinn gegen ein Spitzenteam war eingetütet und der Jubel entsprechend groß.

Rückblickend hat der Punktverlust Waiblingen sehr weh getan, denn genau dieser Zähler fehlt dem Team von Thomas Zeitz gegenüber dem derzeit auf Rang zwei notierten Topfavoriten Frisch Auf Göppingen. Doch das soll und darf die bärenstarke Saison der Tigers nicht schmälern, denn durch seine beeindruckende Konstanz hat der VfL mittlerweile den HSV Solingen/Gräfrath und die Füchse Berlin aus dem Aufstiegsrennen so gut wie eliminiert. Den Relegationsrang so gut wie sicher in der Tasche, hoffen die Waiblingerinnen noch auf einen Ausrutscher der Göppingerinnen, die an diesem Spieltag mit den Füchsen Berlin auch gleich eine schwierige Aufgabe zu meistern haben. Dazu müssen die Tigers aber selbst ihre Hausaufgaben machen und dürfen sich nicht noch einmal von den Oberpfälzerinnen überrumpeln lassen. Die historische Chance vor Augen, werden die Zuschauer entsprechend zahlreich in die Halle strömen.

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Die Bunkerladies dürfen sich also auf eine stimmungsvolle Kulisse in der Rundsporthalle freuen, von denen es pandemiebedingt in dieser Saison in der Fremde nicht allzu viele gegeben hat. Mit acht Auswärtssiegen, einem Unentschieden und einem „gefühlten Erfolg“ in Solingen/Gräfrath war das Team von Trainer Csaba Szücs aber auch sehr häufig ein Stimmungskiller. Damit das noch einmal gelingt, müssen die Regensburgerinnen eine Topleistung in allen Mannschaftsteilen abrufen. Waiblingen verfügt über einen sehr ausgeglichen besetzten Kader, der von Goalgetterin Vanessa angeführt wird, und auf die Revanche brennen wird. 

Im Vergleich zum Hinspiel stehen Coach Szücs mit Julia Drachsler und Nicole Lederer zwei wichtige Stützen zur Verfügung. Fehlen wird neben der Langzeitverletzten Anika Bissel und Diana Stefan auch Rekonvaleszentin Sophia Peter, die in der 2. Mannschaft Spielpraxis sammeln soll. „Wir freuen uns auf das Spiel und hoffen, dass wir den Tabellenführer und klaren Favoriten wieder ärgern können“, blickt Szücs auf die vorletzte Auswärtspartie, das 27. Spiel der „27er“ in der eingleisigen 2. Handball-Bundesliga, voraus. 

Kaderupdate: ESV-Torhüterin Natalia Krupa hat das Angebot zur Vertragsverlängerung nicht angenommen und wird ins Ausland wechseln. „Natalia ist vor zwei Jahren zu uns gekommen, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Ihr Ziel, Profihandballerin zu werden, wird sie nun in der Schweiz weiterverfolgen“, sagt Abteilungsleiter Dieter Müller. „Wir hätten Natalia gerne weiter im ESV-Trikot gesehen. Die Entscheidung, unser Angebot zur Vertragsverlängerung nicht anzunehmen, hat uns aber nicht unerwartet getroffen“, sagt der Sportliche Leiter Robert Torunsky. „Wir haben intensiv den Markt sondiert und in dieser Woche eine Nachfolgerin verpflichtet, die sehr gut in die Mannschaft passt.“ Der Neuzugang wird zeitnah vorgestellt werden.

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