Foto: Hans-Christian Wagner

Am Samstagabend bezwang der ESV 1927 Regensburg im Aufsteigerduell der 2. Handball-Bundesliga der Frauen den MTV Heide mit 35:29(21:18). Durch den Erfolg festigten die Bunkerladies nicht nur den fünften Rang im 16er-Feld, sondern stellten mit nun 31:21 Punkten bereits vier Spieltage vor Rundenende sicher, dass die Premierensaison in der eingleisigen zweiten Liga mit einem positiven Punktekonto abgeschlossen werden wird.

Zum dritten Mal in elf Monaten kreuzten der ESV 1927 Regensburg und der MTV Heide die Klingen: Die prekäre Personalsituation der Gäste, die die über 800 Kilometer lange Strecke mit nur acht Feldspielerinnen, einer Torhüterin und Trainer Helge Thomsen als einzigem Offiziellen angetreten waren, erforderte schon viel Fantasie, dass es gegen die nahezu in Bestbesetzung auflaufenden Gastgeberinnen diesmal für einen Sieg der Schleswig-Holsteinerinnen reichen sollte. Der MTV, dessen Chancen auf den Klassenerhalt nur durch einen Auswärtserfolg in der Oberpfalz realistisch geblieben wären, spielte aber locker auf. Die quirligen Angreiferinnen bereiteten der ESV-Deckung jede Menge Probleme. Mit ausschließlich Rechtshänderinnen auf der Platte nutzten die Gäste häufig die „Wurffalle“ auf Rechtsaußen und Anna Thomsen traf von dort besser als viele Linkshänderinnen. Da Kreisläuferin Ivana Raickovic mit ihren diskussionswürdigen Sperren auch immer zwei ESV-Abwehrspielerinnen beschäftigte, taten sich Lücken auf, in die der MTV gnadenlos hineinstieß.

Der 3:6-Rückstand nach etwas über sieben Minuten erinnerte die Zuschauer an das letzte Heimspiel gegen Leipzig, doch die Bunkerladies fanden mit fortlaufender Spielzeit gegen Ende des ersten Durchgangs immer besser in die Partie. Vier Minuten vor Ende des ersten Durchgangs besorgte die starke Rechtsaußen Nicole Schiegerl beim 18:17 die erste ESV-Führung. In der Schlussminute gelang den gewohnt treffsicheren Rückraumspielerinnen Amelie Bayerl und Franziska Peter noch je ein Treffer, sodass sogar noch ein 21:18-Vorsprung zur Pause heraussprang.

Nach der Pause mussten die sich tapfer wehrenden Gäste langsam, aber sicher abreißen lassen, da die Ende des ersten Durchgangs eingewechselte ESV-Torhüterin Natalia Krupa nun einige Paraden verbuchen konnte. Der ESV, der gegen die sehr offensive Deckung mit Sonderbewachung gegen mindestens eine der ESV-Rückraumspielerinnen über weite Strecken ohne Kreisläuferin agierte, lag nach 41 Minuten mit 28:22 in Front. Zwei Zeitstrafen und ein Pfostentreffer ermöglichten Heide noch einmal auf 28:25 zu verkürzen. Mehr war aber nicht drin und fünf ESV-Treffer in Serie machten frühzeitig den Deckel auf die Partie. Coach Csaba Szücs wechselte viel und am Ende konnte ein 35:29-Erfolg bejubelt werden.

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„Das war heute kein einfaches Spiel, da wir uns am Anfang in der Abwehr erst finden mussten. Offensiv haben wir viele gute Möglichkeiten herausgespielt und auf die ungewöhnlichen Deckungsformationen des Gegners fast immer eine Antwort gehabt. Ich freue mich, dass wir mit einem Sieg in die Osterpause gehen können.“ Auch der Sportliche Leiter Robert Torunsky war erleichtert über den 13. Sieg. „Spiele gegen Gegner mit wenig Wechselmöglichkeiten sind häufig schwieriger als die Papierform es hergibt, da das die Mannschaft noch enger zusammenrücken lässt. Für die Leistung und die kreativen Lösungen muss man dem ersatzgeschwächten Team aus Heide Respekt zollen.“

In der ersten Hälfte hätten die Torhüterinnen hüben wie drüben wenig Hände an die Bälle gebracht gefehlt und deswegen sei das Spiel zu einem „Wettballern mutiert“. Nach dem Seitenwechsel hatte sich der ESV dort stabilisiert und dadurch einen letztlich ungefährdeten 35:29-Erfolg herausgeworfen.

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