Foto: Jörg Dembinski

Hennef und Almere sind die ersten Stationen: Markus Gaugisch wird neuer Bundestrainer der Frauen-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes – mit vorgezogenem Einstieg bei Lehrgang und Länderspielen in der kommenden Woche, einem Vertrag ab 1. Juli dieses Jahres und für die Saison 2022/23 noch in Doppelfunktion.

Der Schwabe, der am 20. April 48Jahre alt wird, trainiert derzeit die SG BBM Bietigheim, den wettbewerbsübergreifend seit 44 Spielen siegreichen Tabellenführer der Handball Bundesliga Frauen sowie Teilnehmer der Final 4-Turniere um den DHB-Pokal und die European League. Gaugisch tritt die Nachfolge des Niederländers Henk Groener an, der seinen zum Ende dieses Monats auslaufenden Vertrag nicht verlängert hatte.

„Ich bin Feuer und Flamme: Es ist ein Traum, die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Frauen zu trainieren – verbunden mit der Aussicht auf Europa- und Weltmeisterschaften und die Olympischen Spiele“, sagt Gaugisch. „Ich bin der SG BBM Bietigheim sehr dankbar, dass der Weg in diese neue Rolle so problemlos und unterstützend funktioniert hat. Die Ziele der Nationalmannschaft und der SG BBM Bietigheim sind identisch. Wir wollen Spiele gewinnen und dafür werde ich auf beiden Seiten alles geben.“

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Die Modalitäten des vorzeitigen Einstiegs in Gaugischs neue, vorerst zusätzliche Aufgabe klärten Lena Backhaus als Geschäftsführerin der SG BBM Bietigheim und Mark Schober in offenen und transparenten Gesprächen. „Wir sind dankbar, dass Bietigheim unser Ansinnen aufgenommen und mit einem hohen Maß an Flexibilität gemeinsam mit uns eine Lösung gefunden hat“, sagt der Vorstandvorsitzende des Deutschen Handballbundes. Als Bundestrainer Frauen des Deutschen Handballbundes erhält Gaugisch einen Vertrag bis 2024, der sich bei Qualifikation für die Olympischen Spiele automatisch bis April 2026 verlängert und damit auch die Weltmeisterschaft im Dezember 2025 umfasst. Ausrichter dieses Turniers werden Deutschland und die Niederlande sein.

„Wir sind davon überzeugt, mit Markus Gaugisch als Bundestrainer und unserer Frauen-Nationalmannschaft in den kommenden Jahren die hochgesteckten Ziele erreichen zu können. Es geht um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2024 und das Halbfinale der WM 2025“, sagt Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes. „Henk Groener hat in den vergangenen Jahren einen Umbruch des Kaders geschafft und das Team auf den Weg gebracht. Dafür möchte ich mich noch einmal bedanken. Jetzt richten wir den Blick nach vorn. Wir haben nun entschieden, dass Markus Gaugisch Bundestrainer unserer Frauen-Nationalmannschaft und zugleich eine treibende Kraft in der Reform des Frauenhandballs sein soll.“ In der Besetzung dieser Position war es dem Präsidium wichtig, einen kommunikativen Trainer mit nationaler und internationaler Kenntnis des Frauenhandballs zu finden. Zudem ging es um die Qualität, eine Mannschaft entwickeln, aber auch im Spiel zu führen. Hinzu kommt der kontinuierliche Kontakt mit der Liga und den Vereinen der Spielerinnen. Michelmann sagt: „Ich weiß, dass die Trainer der Handball Bundesliga Frauen großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Bundestrainer legen – die Voraussetzungen dafür sind mit Markus Gaugisch nun gegeben.“

„Markus Gaugisch lebt Handball durch und durch. Er war selbst Bundesligaspieler, er ist Trainer, Kommunikator und Pädagoge“, sagt Axel Kromer, Vorstand Sport des Deutschen Handballbundes. „Ich bin froh, dass wir in Absprache mit der SG BBM Bietigheim einen vorzeitigen Start von Markus Gaugisch bereits in der kommenden Woche ermöglichen und diese Maßnahme so optimal nutzen können. Über die Doppelfunktion in der kommenden Saison kann das Netzwerk zwischen Nationalmannschaft und Bundesliga weiterwachsen.“

„Die gesamte Handball Bundesliga Frauen und ich persönlich wünschen Markus Gaugisch viel Erfolg“, sagt Andreas Thiel, HBF-Vorsitzender und Mitglied des DHB-Präsidiums. „Kommunikation ist ein Schlüssel in der Zusammenarbeit. Wir gehen davon aus, dass sich Markus Gaugisch neben der Arbeit mit dem A-Team für alle gewinnbringend in Diskussion und Strukturentwicklung des Frauenhandballs einbringt – Jugendförderung und Änderung der Altersklassen sind nur zwei von vielen Aspekten.“

Der in Göppingen geborene Gaugisch war 1993 mit dem TSV Heiningen Deutscher Meister der A-Jugend, spielte später mit dem VfL Pfullingen in der Bundesliga. Als Trainer führte er den TSV 1893 Neuhausen 2012 in die 1. Liga. Im Oberhaus des deutschen Handballs arbeitete er auch für den HBW Balingen-Weilstetten. 2020 wechselte der Gymnasiallehrer für Deutsch und Sport in die Frauen-Bundesliga zur SG BBM Bietigheim, mit der er bisher den DHB-Pokal und den HBF-Supercup gewann. Gaugisch ist mit einer ehemaligen Zweitliga-Handballerin verheiratet und Vater von zwei ebenfalls Handball spielenden Kindern.

Der Lehrgang ab Ostermontag in Hennef dient als Vorbereitung für ein Länderspiel-Doppel in Almere: Gegen Griechenland geht’s am Donnerstagabend als klarer Favorit um die Qualifikation für die EHF EURO 2022 (ab 19.30 Uhr live bei Sportdeutschland.TV), am Samstag folgt um 16 Uhr ebenfalls im Topsportcentrum Almere ein Freundschaftsspiel gegen Gastgeber Niederlande – auf Seiten der gegnerischen Mannschaft wird Gaugisch zahlreiche Spielerinnen sehen, die aktuell oder früher in Bietigheim spielten.

„Die Nationalmannschaft hat eine gute Altersstruktur und kann miteinander wachsen. Auf die Arbeit von Henk Groener möchte ich mit eigenen Ideen aufbauen“, sagt Gaugisch. „Langfristig geht es darum, wie wir gemeinsam mit den Vereinen die individuelle Qualität aller Spielerinnen erhöhen können. Ich freue mich auf die Kommunikation mit den HBF-Klubs, damit wir optimal zusammenarbeiten können.“

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