Foto: Jörg Dembinski

Im Nachholspiel des 18. Spieltags der 1. Bundesliga unterlagen die HL Buchholz 08-Rosengarten vor 341 Zuschauern in der heimischen NordHeideHalle der HSG Bad Wildungen Vipers in einem temporeichen Spiel mit 25:32.

Die Gäste aus Nordhessen springen durch den doppelten Punktgewinn mit 10:30 auf einen Nichtabstiegsplatz, da Zwickau dem Thüringer HC unterlegen war. Die Norddeutschen verbleiben am Tabellenende und sind am Sonntag in Oldenburg gefordert. Nationalspielerin Annika Ingenpass war vom Kreis die erfolgreichste Torschützin ihrer Mannschaft, bei den Luchsen konnte sich Marleen Kadenbach mit sechs Treffern für ihre Farben auszeichnen. Die Heimmannschaft ging durch den Corona bedingten Ausfall von Torhüterin Mareike Vogel geschwächt in das Spiel, ein Ausfall, der nicht so einfach zu kompensieren war.

Beide Mannschaften begannen sehr temporeich und schwungvoll, der Führungstreffer von Julia Herbst wurde aber postwendend von der überragenden Annika Ingenpass egalisiert. Bis zur 11. Spielminute verlief die Partie spannend und ausgeglichen, denn Marleen Kadenbach brachte ihr Team zum 7:6 in Front. Danach gab es einen Bruch im Spiel der Luchse, denn die sehr flinke körperbetonte Abwehr der Vipers erstickte die Angriffsbemühungen der Luchse und zwang sie zu Fehlern, die durch schnelle Konter gnadenlos bestraft wurden.

Einen 4-0-Lauf schloss Kira Schnack zur 7:10 Führung der HSG ab. Zwar hielt Marleen Kadenbach mit ihrem Wurf aus dem Rückraum zum 9:10 in der 22. Minute ihr Team noch einmal im Spiel, aber dann setzte sich das schnelle Spiel der Gäste immer mehr durch, die auch von allen Positionen trafen. Der Pausenstand von 11:16 für die Hessinnen war schon deutlich, da die Spielerinnen der HL Buchholz 08-Rosengarten weder im Angriff, noch in der Abwehr an die Leistung gegen Neckarsulm anknüpfen konnten.

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Zwar war der Sieg der starken Vipers noch nicht in trockenen Tüchern, doch bereits in der 32. Minute sah sich Luchse-Trainer Dubravko Prelcec gezwungen eine Auszeit zu nehmen, da seine Mädels Annika Ingenpass überhaupt nicht in den Griff bekamen, die nahezu unbedrängt den Vorsprung auf 11:18 erhöhte. Aber seine Ansprache fand bei seinem Team kein Gehör, denn beim nächsten Angriff der Vipers schloss sie erneut völlig freistehend zum 11:19 ab. Die Spielerinnen der Luchse wirkten gegen das Tempospiel der HSG überfordert und brachten sie auch in ihrer Körpersprache zum Ausdruck. Den höchsten Vorsprung mit plus neun Toren erreichten die Gäste bereits in der 34. Minute. In dieser Partie konnte es für die Heimmannschaft nur noch um Ergebniskosmetik gehen, denn die Partie war für die Vipers längst entschieden.

Zwar wäre durchaus ein besseres Ergebnis für die Heimmannschaft möglich gewesen, aber das vergaben die glücklosen Luchse selber, als sie reihenweise mit ihren Würfen, selbst aus aussichtsreichen Positionen, an der großartigen Torhüterin Lea Schupbach scheiterten, die mit 44 Prozent gehaltener Bälle wesentlich zum deutlichen Sieg der HSG beitrug. In dieser Begegnung war die HSG Bad Wildungen Vipers ihrem Gegner aus der Nordheide in allen Belangen überlegen und der 25:32 Sieg völlig verdient. Es zeigte sich deutlich, dass die Vipers erheblich besser sind als ihr momentaner Tabellenplatz das widerspiegelt, denn so knappe Niederlagen gegen Spitzenmannschaften der 1. Bundesliga verdeutlichen über wie viel Potential dieses Team verfügt.

Dubravko Prelcec, der Trainer der Luchse, muss letztlich die größere spielerische Qualität des Kontrahenten anerkennen: „Meine Mannschaft ist es nicht gewohnt gegen so eine körperbetonte Abwehr zu agieren und die Mädels haben sich den Schneid abkaufen lassen. Ich muss auch anerkennen, dass die Vipers mit ihrem Tempospiel unsere Abwehr immer wieder vor unlösbare Probleme gestellt hat. Trotzdem ist es mir unerklärlich, dass es meiner Mannschaft zu keinem Zeitpunkt des Spiels gelungen ist Annika Ingenpass in den Griff zu bekommen, obwohl die Anweisungen dafür deutlich waren. Mir war vor dem Spiel klar, dass wir nur eine Chance gegen Bad Wildungen haben würden, wenn wir ihre Torquote unter 25 halten würden. Dieses Vorhaben ist leider gründlich schief gegangen. In vier Tagen gegen Oldenburg werden wir das nächste Endspiel bestreiten. Auch in dieser Partie sind wir nur Außenseiter und müssen sehen, was noch möglich ist.“ 

Sven Dubau, der Geschäftsführer der HL Buchholz 08-Rosengarten, hatte den negativen Spielausgang der Luchse geahnt: „Die Vipers sind ein Team, dessen Spielweise uns überhaupt nicht liegt, zumal sie mit ihrem breiten Kader einfach besser aufgestellt sind als wir. An dem Sieg der Vipers gibt es nichts zu deuteln, denn sie waren einfach besser und konnten ihr Potential erfolgreich abrufen. Wir müssen unsere enttäuschten Spielerinnen wieder aufrichten, damit wir uns in Oldenburg besser präsentieren.“

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