Foto: Thomas Kiehl

Nach 16 Jahren Profihandball, davon 8 Jahre bei den TUSSIES, wird Nationalspielerin und TUSSIES-Kapitänin Marlene Kalf nach dieser Saison Ihre Handballschuhe an den Nagel hängen.

Das Handballspielen lernte die gebürtige Pfälzerin bei Ihrem Heimatverein TV 03 Wörth. Bereits 2006 gab die damals 16-jährige Marlene Kalf (geb. Zapf) für die TSG Ketsch Ihr Debüt in der ersten Bundesliga. Drei Jahre später wechselte die Juniorinnen-Weltmeisterin an den Rhein zu Bayer 04 Leverkusen. Unter Renate Wolf entwickelte sich die Linkshänderin zur A- Nationalspielerin und debütierte 2010 für Deutschland. Im gleichen Jahr gewann Sie mit Leverkusen den DHB-Pokal. 2014 folgte dann der Wechsel zurück in den Süden, einen Schritt, den „Marli“ nicht bereute: „Ich bin sehr vielen Menschen dankbar, die mich in meiner Karriere unterstützt und gefördert haben. Das waren natürlich vor allem meine Familie, meine ehemaligen Vereine und Trainer, aber natürlich auch Ferenc und Edi, die mich zu den TUSSIES geholt haben. Das war in meinem Leben eine der besten Entscheidungen und das würde ich immer wieder genauso machen.“

Acht Jahre lang Stand Marlene für Konstanz auf der rechten Außenbahn der TUSSIES. Viele tolle Erinnerungen, wie die Vize-Meisterschaft, das EHF-Pokalfinale, die Teilnahmen am Pokal-Final4 und dem Zuschauerrekord, werden auch immer mit der Nummer 2 der TUSSIES verbunden sein. Über die Jahre entwickelte sich die 1,70m große Außenspielerin zur Führungsspielerin und Identifikationsfigur in Metzingen. Seit 2019 führt Sie die Pink Ladies als Kapitänin aufs Feld und zeigte sich dabei auch dem Verein immer sehr loyal und verbunden, wie Manager Ferenc Rott bestätigt: „Marli hat bei uns nie gepokert oder taktiert. Sie hat sich immer für Metzingen entschieden, auch in schwierigen Zeiten klar zu uns gehalten. Ihr war unser familiäres Umfeld, die Möglichkeit nebenher zu arbeiten, ihren Beruf auszuüben, immer wichtiger, als Angebote von anderen Top-Clubs. Ich denke, Marli wusste immer was Sie an den TUSSIES hat, aber auch wir an Ihr.“

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Nach bislang über 1.000 Toren alleine für die TUSSIES und mittlerweile 103 Länderspielen soll nun im Sommer die Karriere zu Ende gehen. Für Marlene genau der richtige Zeitpunkt: „Die vielen Jahre Profisport machen sich immer mehr bemerkbar. In den letzten Monaten hatte ich immer stärker zunehmende Probleme mit der Achillessehne, die Training und Spiel ohne Schmerzen nicht mehr zulassen. Ich hatte zum Glück nie schwerere Verletzungen, aber mein Körper zeigt mir, dass es Zeit ist aufzuhören. Außerdem habe ich mir immer vorgenommen, den Absprung zu schaffen, wenn ich noch auf einem guten, ansehnlichen Niveau Handball spiele. Dass ich mein Ende selbst bestimmen kann, freut mich natürlich, wobei es mir sicherlich im Sommer richtig schwerfallen wird, wenn ich dann zum letzten Mal in der Öschhalle stehe.“

Mit der Top-Torschützin der HBF hätte der Manger der TUSSIES eigentlich gerne noch einmal den Vertrag verlängert, aber auch er kann die Entscheidung nachvollziehen: „Marli hat bei uns über Jahre eine sportlich tragende Rolle ausgefüllt und sehr oft Verantwortung auf dem Spielfeld übernommen. Es ist nie leicht, den richtigen Zeitpunkt als Sportler zu finden, aber ich kann die Beweggründe von Marli absolut verstehen und bin dankbar für die gemeinsamen Jahre. Über Ihr Karriereende hat Sie uns sehr rechtzeitig informiert, damit wir uns umgehend um Ersatz bemühen konnten. Wir wünschen Ihr für Ihre Zukunft nur das Beste und ich hoffe natürlich, dass Sie uns noch anderweitig im Verein erhalten bleibt.“

In Metzingen wird die 32-Jährige verbeamtete Grundschullehrerin auf jeden Fall bleiben. Seit 2016 unterrichtet Sie halbtags an der 7-Keltern-Schule in den Fächern Deutsch, Mathe und Sport. Ob Sie auch im Verein eine Rolle übernehmen wird, lässt Sie noch offen: „Metzingen ist auf jeden Fall zu meiner Heimat geworden. Was nach dieser Runde passiert, wird sich zeigen, ich denke es wird sich einiges verändern in meinem Leben, aber ich werde immer ein pinkes Herz haben und für immer eine TUSSIE bleiben. Meine Zeit hier werde ich niemals vergessen. Ich möchte mich bei allen Fans und Sponsoren für die super Unterstützung über all die Jahre bedanken. Ihr seid verantwortlich dafür, was die TUSSIES auszeichnet: Zusammenhalt! Danke für die gemeinsamen, unvergesslichen Momente.“

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