Foto: Hans-Christian Wagner (ESV Regensburg)

Foto: Hans-Christian Wagner

Mit Frisch Auf Göppingen gibt am Samstag um 19.30 Uhr nicht nur der Klassenprimus und Aufstiegsfavorit, sondern auch der bekannteste Name der 2. Handball-Bundesliga seine Visitenkarte im „Bunker“ an der Dechbettener Brücke ab. Beim ESV 1927 Regensburg kehrt Coach Csaba Szücs wieder auf die Trainerbank zurück und hofft, dass dies auch bei der ein oder anderen im Falle der knappen 30:33-Niederlage in Harrislee schmerzlich vermissten Leistungsträgerin der Fall ist.

Dass der Traditionsverein Frisch Auf Göppingen einmal zu einem Punktspiel nach Regensburg kommen würde, schien vor noch nicht allzu langer Zeit undenkbar: 13 Jahre lang spielte das Team vom Hohenstaufen in der Beletage und erreichte einige Male den Europokal. In der Saison 2020/21 lief jedoch wenig bei den Grün-Weißen zusammen, und der langjährige Geschäftsführer und Trainer Aleksandar Knezevic wurde während der Runde von Nico Kiener ersetzt. Der konnte trotz einer Trendwende den Abstieg aber nicht mehr verhindern und wurde beauftragt, den sofortigen Wiederaufstieg in Angriff zu nehmen. Nach einer desaströsen Auftaktniederlage in eigener Halle gegen den VfL Waiblingen hatte sich die Kiener-Truppe schnell gefangen und mittlerweile den Platz an der Sonne erobert. Alles andere als der direkte Aufstieg wäre angesichts des breitesten Kaders der Liga sowie der ökonomischen und sportlichen Voraussetzungen aber auch eine herbe Enttäuschung.

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Im Hinspiel in Göppingen Ende September hatte der ESV wenig zu bestellen und musste als Zweitligaaufsteiger beim 23:37 mächtig Lehrgeld zahlen. Die erste Hälfte hatte das ersatzgeschwächte Team noch halbwegs offen gestalten können, doch zwei weitere verletzte Spielerinnen nach Wiederanpfiff hatten dafür gesorgt, dass Coach Csaba Szücs angesichts der feststehenden Niederlage einige Leistungsträgerinnen für die kommenden Aufgaben schonte. Das sollte sich rückblickend auch auszahlen, denn im Anschluss mussten sich die Bunkerladies in zwölf weiteren Hinrundenpartien nur noch ein einziges Mal, dem Aufstiegskandidaten Solingen-Gräfrath, geschlagen geben.

In der noch jungen Rückrunde wartet der ESV noch auf ein Erfolgserlebnis, die beiden Auswärtsniederlagen in Berlin und vor Wochenfrist in Harrislee waren aber größtenteils der angespannten Personalsituation geschuldet. Die exzellente Hinrunde hat dafür gesorgt, dass die Bunkerladies weiter auf Platz fünf des 16er-Feldes stehen und so entspannt die „Mission Impossible“ gegen Göppingen angehen können. Mitaufsteiger Heide konnte den Favoriten vergangene Woche lange ärgern – und genau das werden auch die Regensburgerinnen mit der Unterstützung ihrer Fans versuchen. Nach langer Zeit dürfen 50 Prozent der Plätze im Bunker ausgelastet werden, sodass auch Zuschauer ohne Dauerkarte in den Genuss des Spitzenspiels kommen können. Auf der offiziellen ESV-Website oder der Facebook-Präsenz können sich Interessierte für ein Kontingent der insgesamt gut 200 Tickets bewerben.

Erfreuliches gab es während der Woche bei den Bunkerladies hinsichtlich der Personalplanung zu vermelden: Mit Julia Drachsler (bis 2023) und Sara Mustafic (bis 2024) haben sich beide Kreisläuferinnen an den ESV gebunden. Nach längerer Zeit werden sowohl Drachsler als auch Mustafic wieder einmal gemeinsam im Aufgebot stehen. Alle zur Verfügung stehenden Spielerinnen sind gegen Göppingen auf beiden Seiten des Feldes gefordert: Die kernig zupackende Deckung von Frisch Auf erfordert Mut, Schnelligkeit sowie höchste Präzision bei Pässen und Torabschlüssen.

Im eigenen Angriff haben die Schwäbinnen viele Wechselmöglichkeiten und dazu mit der halblinken Rückraumspielerin Janne-Lotta Woch eine der treffsichersten Schützinnen der Liga in ihren Reihen. Die Grün-weißen werden in der kommenden Saison noch prominenter als ohnehin schon besetzt sein, denn mit Linksaußen Selina Kalmbach haben sich die Frisch Auf-Verantwortlichen bereits die Dienste einer aktuellen deutschen Nationalspielerin gesichert. Die Vorzeichen sind also klar, doch in der 2. Handball-Bundesliga gibt es jede Woche überraschende Ergebnisse. Die Bunkerladies hätten nichts dagegen, diesmal wieder als Favoritenschreck an der Reihe zu sein.

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