Foto: BVB

Die Handball-Damen von Borussia Dortmund haben auch die erwartungsgemäß schwere Hürde Sport-Union Neckarsulm genommen – allerdings mit großer Mühe. Zwar dominierte der Tabellenzweite beim 30:26 (18:14)-Sieg die Partie bis zur Pause, präsentierte sich danach jedoch ziemlich leichtsinnig im Positionsangriff und im Abspiel und wenig konsequent in der Abwehr.

Der 14. Spieltag begann mit guten Nachrichten für Schwarzgelb: Kapitänin Alina Grijseels durfte ihre lange Zwangspause gegen die Neckarsulmer Sportunion beenden. Im Pokal-Viertelfinale Anfang Januar in Bietigheim hatte sie sich in den Schlussminuten zunächst einen Nasenbeinbruch zugezogen. Als der so gut wie ausgeheilt war, folgte eine Außenbandverletzung. Unterm Strich fehlte die BVB-Kapitänin mehr als fünf Wochen. Auch Amelie Berger meldete sich gegen die Süddeutschen zurück. Die Rechtsaußen hatte sich im Bundesliga-Spitzenspiel gegen Thüringen eine Adduktoren-Verletzung zugezogen, in Brest pausierte die Nationalspielerin dann. Nicht dabei war Tina Abdulla, die am Dienstag positiv auf Corona getestet wurde. „Der Rest der Mannschaft ist negativ“, erklärte Rupert Thiele, der 2. Abteilungsleiter, sichtlich erleichtert.

Doch zunächst blieb die Spielführerin auf der Bank, Borussen-Coach André Fuhr griff auf die Formation zurück, die zuletzt zumindest in der Bundesliga erfolgreich war. Neckarsulm, das sein letztes Bundesligaspiel Ende Dezember bestritten hatte und danach durch zahlreiche Corona-Fälle in eine lange Zwangspause ging, nutzte zunächst die Gunst der Stunde und führte in der 10. Minute mit 4:3 gegen eine nervöse Dortmunder Mannschaft. Der merkte man die Müdigkeit nach dem stressigen Champions-League-Wochenende im französischen Brest sichtlich an. Als Frida Rønning kurz darauf einen Siebenmeter verwarf, reagierte André Fuhr umgehend.

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Der BVB-Coach war unzufrieden mit dem Auftritt seiner Schützlinge, was an seinen Kommentaren von der Seitenlinie nicht zu überhören war. Den nächsten Siebenmeter verwandelte Alina Grijseels zum 4:5, Merel Freriks glich Sekunden danach zum 5:5 aus. 

Klar war aber auch: Ein Spaziergang sollte diese Angelenheit nicht werden. Nur gut, dass sich Alina Grijseels als sichere Siebenmeter-Schützin erwies – ansonsten aber zunächst noch auf der Bank noch geschont wurde. Ab der 20. Minute beim Stand von 10:9 kam die BVB-Kapitän dann komplett aufs Parkett. Eine Maßnahme, die mehr Ruhe ins Spiel brachte. Mit ihren fünften verwandelten Siebenmeter in Folge erhöhte Grijseels auf 12:10, der Bann schien gebrochen. Innerhalb kürzester Zeit zogen die Schwarzgelben auf 14:10 davon, mit 18:14 ging es in die Pause.

Im zweiten Durchgang stemmte sich Neckarsulm dann gegen die drohende Niederlage. Und es sollte nochmal eng werden, als die Niederländerin Lynn Knippenborg nach sieben Minuten im zweiten Durchgang auf 19:21 verkürzte. Es lief einfach nicht, die BVB-Abwehr war inkonsequent, im Angriff zeigten die Schwarzgelben – wie schon in den vergangenen Spielen – besonders im Abspiel Schwächen, vergaben dazu frei vor dem Tor beste Chancen. „Leute, den Ball sichern, das darf nicht passieren“, haderte Fuhr lautstark mit den fahrlässigen Aktionen.

Richtig sicher fühlen konnten sich die Borussinnen in keiner Phase. Als Merel Freriks in der 51. Minute auf 27:24 erhöhte, waren es zumindest wieder drei Tore Vorsprung. Drei Minuten vor Abpfiff hieß es 29:26. Es blieb spannend und umkämpft. Erst 30 Sekunden vor Schluss erlöste Amelie Berger die Fans in der Halle mit ihrem Treffer zum 30:26. „Ich habe kein gutes Spiel gesehen, wir nehmen die zwei Punkte mit, über den Rest müssen wir uns noch unterhalten“, zeigte sich Borussen-Trainer André Fuhr nicht gerade erfreut über die Leistung seiner Mannschaft.

Text: BVB

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