Foto: Hans-Christian Wagner

Prominenter Besuch war beim Zweitliga-Heimspiel der Bunkerladies gegen die Kurpfalz Bären zu Gast: Ex-Nationalspielerin Isabell „Isi“ Klein (geborene Nagel) sah sich das packende Duell des ESV 1927 Regensburg gegen den Bundesligaabsteiger aus Baden-Württemberg an, das mit einem 27:27-Unentschieden endete.

Die langjährige Bundesligaspielerin und Ehefrau von Weltmeister Dominik Klein nutzte die Stippvisite beim einzigen bayerischen Bundesligisten, um im Vorfeld ehemalige Mitspielerinnen aus der Bayern-Auswahl auf einen Kaffee zu treffen. Nach ihrer Jugendzeit bei ihrem Stammverein TSV Schleißheim und einiger Jahre beim TSV Ismaning hatte sich die heute 37-Jährige 2003 dem Zweitligisten HSG Bensheim/Auerbach angeschlossen. 2007 wechselte die spielstarke Linkshänderin zum Bundesligisten Buxtehuder SV, für den sie neun Jahre am Ball war. In der Saison 2016/2017 folgte dann noch eine Auslandstation in Frankreich bei Nates Loire Atlantique Handball.

Ihr Nationalmannschaftsdebüt feierte Klein 2008, drei Jahre später führte die auch im Beachhandball sehr erfolgreiche Bayerin die „Natio“ als Kapitänin auf Feld. Schon während ihrer aktiven Karriere fungierte Isi Klein als Expertin für verschiedene TV-Sender. Heute ist die zweifache Mutter hauptsächlich für Eurosport im Einsatz.

Isi, was sagst Du zum Spiel der Bunkerladies?

Isabell „Isi“ Klein: Spannung bis zum Ende – genau so wie man es sich wünscht. Mit dem Ausgleich in den Schlusssekunden war es ja auch ein cooles Spiel für die Bunkerladies. In der Halle herrschte auch dieses spezielle Handball-Feeling.

Das angesprochene Handball-Feeling hat in den vergangenen beiden Jahren oft gefehlt. Was machen Spiele vor Zuschauern aus?

Es ist nicht zu vergleichen. Eine Halle mit Stimmung ist so viel emotionaler, so viel besser. Man hat ja heute auch gesehen, dass die Unterstützung gefühlte 20 Prozent ausgemacht hat und die Mannschaft im Spiel gehalten hat. Genau das ist Handball: Diese Leidenschaft und diese Emotionen braucht unser Sport einfach.

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Diesmal durften ja nur 25 Prozent der Zuschauerkapazität ausgelastet werden. Wie schätzt Du die Stimmung bei vollen Rängen ein?

Es war trotz der Beschränkungen eine tolle Stimmung. Da kann man sich gut vorstellen, was für Atmosphäre erst bei vollen Rängen herrschen muss. Mit seinem Publikum kann der ESV eine echte Heimmacht sein.

Wie wichtig ist es für den Handball-Standort Bayern und seine Talente, dass es wieder einen Frauen-Zweitligisten gibt?

Das ist natürlich ein Traum. In der Vergangenheit wurden oft Talente gedrängt, Bayern zu verlassen, um die Karriere anzukurbeln. Nun hat man einen starken verein in der Region. Junge Talente können am Ort bleiben und in der 2. Liga mittrainieren oder sogar mitspielen, um dort die Härte zu erfahren. Das ist genau das, was wir in Bayern brauchen – und gerne noch mehr.

Welchen Tipp hast Du für junge Talente, die ebenfalls von einer Bundesligakarriere träumen?

Es klingt abgedroschen, aber Talent wird meines Erachtens tatsächlich immer geschlagen von Fleiß. Es gibt viele Dinge, die man neben dem Handballtraining auch individuell machen kann, beispielsweise im Athletik-Bereich. Es ist auch wichtig, nach dem Training nochmal einige Würfe extra zu nehmen, das braucht man einfach. Wenn man etwas erreichen will, muss man immer einen Schritt mehr als andere machen. Irgendwann ist es auch nötig, sich eine gewisse Härte und eine gewisse Spielerfahrung in höheren Ligen zu holen. Das ist essenziell. Umso schöner ist es, hier in Regensburg einen Verein zu sehen, der die Klasse – da bin ich sicher – auch halten wird und bayerischen Spielerinnen diese Möglichkeit auch bietet.

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