Foto: HC Leipzig

Dieses Spiel war nichts für schwache Nerven und leider auch nichts für Feinschmecker. Es war schwerverdauliche Kost, glücklicherweise mit einem guten Dessert in Form der zwei Punkte.

„Vielen Dank an unsere Fans, die einen entscheidenden Anteil an diesem Sieg hatten, weil sie uns bis zum Schluss gepuscht haben. Es war kein schönes Spiel. Wiederum eins mit vielen Fehlern, aber auch eins bei dem wir nicht aufgegeben und am Ende die Nerven behalten haben“, gab der Trainer in der PK zu Protokoll. Schon deshalb hatte sich die Rückkehr der Zuschauer nach der Corona-Zwangs-Pause gelohnt. Handballspiele ohne Fans ist wie Kochen ohne Gewürze.

Die 232 stimmungsvollen Fans sahen einen nervösen und fahrigen Beginn mit sehr vielen Fehlern auf beiden Seiten. Die Gäste waren dabei der erwartet schwere Gegner. Sie standen kompakt in der Abwehr und spielten betont körperlich, was ihnen bereits nach drei Minuten zwei Zeitstrafen einbrachten. Doch selbst in doppelter Überzahl konnten unsere Mädels den Ball nicht im Tor der sehr gut haltenden Dana Centini unterbringen. Stattdessen glich der TVB zum 1:1 (5. Minute) aus. Der HCL kombinierte sich in der Folgezeit durch die Abwehrreihen der Gäste und ging nach 14 Minuten erstmals mit drei Toren in Führung (6:3). Pauline Uhlmann und Julia Weise trafen in dieser drangvollen Phase mehrfach und Leipzig führte nach 26 Minuten schon 10:4, bevor die Handballgirls mit drei Toren in Folge zum Halbzeitstand von 10:7 verkürzten.

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Statt einem beruhigendem Vorsprung für den HCL war der TVB wieder auf Sichtweite heran. Natürlich waren bei Leipzig die Doppelbelastung der Jugendspielerinnen (Sonnabendspiele der A- und B-Jugend) sowie die fehlenden Alternativen spürbar. In der 33. Minute erhielt Anna Lena Bergmann (Wuppertal), nach der 3. Zeitstrafe, die Rote Karte. Wie so oft im Handball, beflügelte das auch diesmal die betroffene Mannschaft. Jede Spielerin legte noch eine Schippe drauf. Das Angriffsspiel war zwar limitiert, aber mit Einzelleistungen konnte der HCL immer wieder überwunden werden. In der 38. Minute war der Anschluss für den TVB hergestellt (12:11).

Von da an entwickelte sich ein spannendes Match, bei dem der HCL immer wieder vorlegen konnte. Trotz mehrmaliger Drei-Tore-Führung (17:14, 18:15 und 20:17) bekam Leipzig keine Sicherheit in ihre Aktionen. Vor allem weil die Wuppertalerin Dana Centini überragend hielt und weil auch öfter Pfosten oder Latte im Weg standen. Aber auch Anna Kröber hielt, wie zuvor schon Annabell Krüger mehrfach, in der Schlussphase für Leipzig entscheidende Bälle. So verwalteten die Sächsinnen den Vorsprung bis zum Ende und durften sich über die gewonnenen Punkte freuen. Ein klassischer Arbeitssieg.

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