Foto: Matthias Wieking

Nach über acht Wochen Wettkampfpause musste die HSG Blomberg-Lippe am Samstag eine deutliche Niederlage hinnehmen. Bei der Rückkehr an die Blomberger Ulmenallee lief der lippische Handball-Bundesligist früh einem hohen Rückstand hinterher und unterlag der TuS Metzingen letztendlich verdient mit 30:36 (13:19).

„Wir haben vor heimischen Publikum 36 Gegentore kassiert. Das darf uns schlicht und einfach nicht passieren – auch gegen ein so starkes Team wie Metzingen nicht“, versuchte Birkner nach Spielende nicht, seine große Enttäuschung zu verbergen. Zwei Mal traf seine Mannschaft in dieser Saison bereits in der European League Women auf die „TusSies“ – zwei Mal hatte die HSG das Feld als Sieger verlassen.

Doch die Vorzeichen standen vor dem 12. Spieltag der Handball Bundesliga Frauen alles andere als optimal. Nach einer langen WM-Pause, coronabedingten Spielabsagen und einer Quarantäne des gesamten Teams, lag das letzte Pflichtspiel der Blombergerinnen bereits über acht Wochen zurück. Metzingen hingegen konnte in den vergangenen Wochen mit hohen Siegen Selbstvertrauen tanken und startete entschlossen in die Begegnung.

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Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase, zündete das Team von TuS-Trainerin Edina Rott den Turbo und brachte sich dank eines 4:0-Laufs mit 7:10 in Führung. Unzufrieden mit der Leistung seines Teams, nahm Birker bereits nach 15 Minuten die erste Auszeit des Spiels. Doch Metzingen spielte sich nun in einen Rausch, setzte die beiden Außenspielerinnen Marlene Kalf und Dagmara Nocun ein ums andere Mal gekonnt in Szene und enteilte der HSG nach 23 Minuten erstmals mit sechs Toren (9:15). Zu oft scheiterten Ann Kynast und Co. in dieser Phase an der stark aufgelegten Nicole Roth im Tor der Gäste und ließen darüber hinaus beste Chancen ungenutzt.

„Metzingen war in der ersten Halbzeit deutlich wacher, hat die Zweikämpfe viel besser angenommen. Wir haben hingegen viel zu passiv verteidigt und im Angriff zu viele unvorbereitete Würfe genommen“, ließ Birkner den ersten Spielabschnitt Revue passieren. Entsprechend hoch fiel mit 13:19 der Halbzeitstand aus Sicht der Blombergerinnen aus.

Zum Start des zweiten Abschnitts ließ Metzingen schnell die Hoffnungen der 305 Zuschauer in der Halle an der Ulmenallee (BU2) auf eine Wende platzen. TuS-Spielerin Katarina Pandza erhöhte nach 35 Minuten bereits auf 14:23. Das Team aus der Nelkenstadt steckte den Kopf jedoch nicht in den Sand, verkürzte den Rückstand zwischenzeitlich auf vier Tore, verpasste es dann jedoch in den entscheidenden Momenten noch mehr Druck auf Metzingen auszuüben.

Nach Ertönen der Schlusssirene waren es schließlich die Metzingerinnen, welche einen 30:36-Auswärtssieg bejubeln durften. Beste Werferin bei den TusSies waren Pandza und Kalf mit jeweils sieben Treffern, bei der HSG waren Marie Michalczik und Linnea Pettersson achtmal erfolgreich.

„Klar war es für uns schwer nach acht Wochen ohne Wettkampf direkt gegen eins der Topteams der Handball Bundesliga Frauen zu starten. Diese Leistung gilt es jetzt trotzdem zu besprechen und zu analysieren. Die kommende Trainingswoche wird keine angenehme für meine Spielerinnen. Dafür hat mir heute leider in der ein oder anderen Situation der letzte Wille gefehlt, sich mit allen Mitteln gegen diese Niederlage zu stemmen“, äußerte sich Birkner nach dem Spiel unzufrieden, erkannte jedoch auch den starken Auftritt der Gäste an: „Metzingen ist mit viel Wut und Willen im Bauch angereist und hat die richtigen Schlüsse aus den beiden European League-Spielen gezogen. Sie gehen heute völlig verdient als Sieger vom Feld.“

Trotz der Niederlage steht die HSG Blomberg-Lippe nach acht Spielen weiterhin mit 7:9-Punkten auf Platz 9 der Tabelle, kann jedoch durch Siege in Nachholspielen bis auf Platz 6 vorstoßen. Weiter geht es für die HSG am kommenden Wochenende (22.01., 19 Uhr) mit einem Auswärtsspiel bei den Halle/Neustadt Wildcats, welche derzeit mit 10:10-Punkten auf Platz 6 stehen.

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