Foto: Jörg Dembinski

Die HL Buchholz 08-Rosengarten sorgten am 12. Spieltag der 1. Bundesliga für eine Überraschung, denn der Tabellenletzte bezwang das klar favorisierte Team der HSG Bensheim/Auerbach in einer packenden Auseinandersetzung knapp, aber nicht unverdient, mit 26:25.

Durch diesen Erfolg in der heimischen NordHeideHalle konnten die Luchse die rote Laterne abgeben und belegen mit 4:20Punkten den Relegationsplatz. Die Flames rutschen durch die Niederlage mit 9:11 Zählern auf den achten Rang zurück. Bei den Norddeutschen erwies sich Sarah Lamp mit sechs Toren als besonders treffsicher und bei den Gästen konnte sich Myrthe Schoenaker ebenfalls mit sechs Treffern auszeichnen.

Nach 18 gespielten Minuten rieben sich die 130 zugelassenen Zuschauer im Luchsbau verwundert die Augen, denn die Heimmannschaft führte mit 10:3, da die Gäste überhaupt nicht ins Spiel kamen, sich zahlreiche technische Fehler leisteten oder selbst bei klaren Möglichkeiten an der blendend aufgelegten Torhüterin Mareike Vogel scheiterten. Die Spielerinnen aus der Nordheide setzten die Vorgaben des Trainer-Teams ausgezeichnet um und agierten in der 6-0- Abwehr äußerst kompakt.

Im Angriff spielten sie geduldig und fanden immer wieder Lücken in der löchrigen Abwehr der Gäste. Bei diesem Spielstand nahm Gästetrainerin Heike Ahlgrimm bereits ihre zweite Auszeit. Danach fand ihre Mannschaft besser ins Spiel und verkürzte bis zur 26. Spielminute durch Myrthe Schoenaker auf 13:9. Allerdings wäre die Aufholjagd vergebens gewesen, wenn nicht die Außenspielerinnen der HL Buchholz 08-Rosengarten bei drei klaren Möglichkeiten in Folge mit ihren schwach ausgeführten Hebern an Venessa Fehr gescheitert wären, denn der Torhüterin der Flames konnte die Bälle locker fangen.

So wurde ein größerer Vorsprung leichtfertig vergeben. Die zwischenzeitliche Fünf-Tore-Führung durch Sarah Lamp und Marleen Kadenbach hatte vor Abpfiff des ersten Abschnitts der Partie keinen Bestand, denn die starke Myrthe Schoemaker im Rückraum verkürzte auf 16:12. Dennoch konnten die begeisterten Luchse-Fans mit dem Auftreten ihrer Mannschaft in der ersten Halbzeit zufrieden sein, allerdings hatten die ersten 30 Minuten sehr viel Kraft gekostet und man konnte gespannt sein, ob der klar favorisierte Gegner aus Südhessen die Partie noch drehen würde.

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Zunächst aber schlugen die Luchse durch Sarah Lamp und Kim Berndt zum 18:12 zu. Allerdings änderte sich das Geschehen bis zur 43. Minute dramatisch, denn durch die auf eine offensive 5-1 umgestellte Deckung unterbanden die Flames frühzeitig den Spielfluss des Außenseiters und durch schnelle Kombinationen im Angriff, war vor allen Dingen die Kreisspielerin Isabelle Hurst nicht mehr zu stoppen. Der 4-0-Lauf zum 20:19 brachte die HSG wieder in Schlagdistanz.

Den Luchsen merkte man deutlich den Substanzverlust an, aber sie machten sich das Leben selbst schwer als sie über Konter versuchten das Spiel zu entscheiden, anstatt mit kühlem Kopf den Vorsprung zu verteidigen. In der 47. Minute gelang den Flames durch Ines Ivancok der 21:21 Ausgleich und man musste befürchten, dass der Außenseiter wie so häufig am Ende das Nachsehen haben würde. Aber die Luchse stemmten sich vehement gegen die drohende Niederlage und führten durch Treffer von Sarah Lamp und Alexia Hauf mit 24:22. In der Folgezeit konnten die Gäste immer wieder verkürzen, aber der pure Wille und die überragende Torhüterin Mareike Vogel ermöglichten der Heimmannschaft eine 26:24 Führung.

Der mögliche Sieg war aber noch nicht in trockenen Tüchern, denn Sarah van Gulik netzte zum 26:25 ein. Die letzten vier Minuten waren nichts für schwache Nerven, denn die starken Abwehrreihen beider Mannschaften ließen keine Treffer mehr zu. So feierte der Außenseiter aus der Nordheide in einer harten, doch stets fairen Partie einen glücklichen, aber durchaus verdienten Sieg im Kampf um den Klassenerhalt gegen ein stark besetztes Team aus Südhessen, das sicherlich nicht den besten Tag erwischt hatte.

„Ich bin überglücklich, dass sich die Mädels am Schluss doch noch dank einer überragenden Mareike Vogel belohnen konnten. Mit ihren tollen Paraden in wichtigen Phasen hat sie uns im Spiel gehalten, Sehr zufrieden bin ich auch mit Sarah Lamp, die immer dorthin gegangen ist wo es weh tut. Natalie Axmann hat geschickt Regie geführt und in der Abwehr großartig agiert. Mit der ersten Halbzeit bin ich bis auf Kleinigkeiten sehr zufrieden, aber wir hätten höher führen müssen, denn unser Gegner hat uns sehr viel angeboten. Mir war klar, dass die Flames bei der Klasse ihres Kaders in der zweiten Halbzeit kommen mussten und bei dem hohen Tempo unsere Kraftreserven mit zunehmender Spieldauer schrumpfen würden. Unsere kurze Phase mit einer 5-1-Deckung war zwar nicht erfolgreich, hat aber letztlich nach der Umstellung auf die gewohnte 6-0-Formation den Rhythmus des Gegners gestört“, analysiert ein sichtlich zufriedener Dubravko Prelcec, der Trainer der Luchse.

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