Foto: Hans-Christian Wagner

Die Zweitliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg sind auswärts aktuell nicht zu stoppen: Der 34:29 (14:13)-Erfolg bei Mitaufsteiger MTV Heide am Samstagabend war bereits der vierte Sieg in der Fremde in Serie. Durch den Zweier holten sich die Bunkerladies den fünften Tabellenplatz im 16er-Feld zurück und machten einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt.

ESV-Coach Csaba Szücs hatte im Vorfeld der richtungweisenden Partie die schwache Vorstellung im Spitzenspiel gegen den HSV Solingen-Gräfrath 76 vor Wochenfrist nicht thematisiert. „Wir hatten einen schlechten Tag gegen Solingen. Die Leistung war nicht repräsentativ für die bisherige Saison und deswegen habe ich den Fokus schon nach Schlusspfiff gleich auf das Spiel gegen Heide gelegt.“ Das Kräftemessen mit dem Mitaufsteiger aus Schleswig-Holstein stellte eine der wichtigsten Auswärtspartien der verbleibenden Spielzeit dar: Mit einem Erfolg ließe sich ein Konkurrent distanzieren, bei einer Niederlage wäre Heide den Regensburgerinnen tabellarisch auf die Pelle gerückt.

Die Gastgeberinnen hatten gleich doppelt Grund zur Wiedergutmachung: Zum einen sollte nach zwei deutlichen Niederlagen vor heimischer Kulisse wieder ein Erfolgserlebnis her, um Anschluss ans Mittelfeld des Klassements herzustellen. Dazu hatte das Team von Trainer Helge Thomsen auch Revanche im Sinn, denn in der Aufstiegsrunde hatte das junge Team eine deutliche Niederlage in der Oberpfalz quittieren müssen.

Der ESV hatte sich demnach auf einen hoch motivierten Gegener einzustellen. Neben den Langzeitverletzten Sophia Peter und Anika Bissel musste Coach Szücs auch auf die erkrankte Stammrechtsaußen Nicole Schiegerl sowie Julia Smidéliusz und Lea Röhrl verzichten. Über 800 Kilometer von der Heimat tat sich Regensburg schwer, in die Partie zu finden, da in der Anfangsphase einige Hochkaräter vergeben wurden. Bei den beiden Treffern nach sieben Minuten war schon ein Tor von Keeperin Natalia Krupa ins verwaiste MTV-Gehäuse dabei.

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Die Auszeit seines Gegenübers Thomsen nach etwas über acht Minuten beim Stande von 3:2 für Heide kam Szücs gelegen, um einige Nachjustierungen vorzunehmen. Ein Dreierpack von Franziska Peter sorgte wenig später für das 6:4 für die Gäste. In der Folgezeit hatte der ESV das Spiel eigentlich im Griff, aber es fehlte in der Schlussphase etwas an Abgeklärtheit. Heide konnte durch einen Doppelpack kurz vor der Pausensirene auf 13:14 verkürzen und war in Schlagdistanz.

Nach Wiederanpfiff verhinderte Natalia Krupa mit einem parierten Siebenmeter den Ausgleich, der dann aber acht Minuten später fallen sollte. In der kritischen Phase hatte Regensburg in Franziska Peter und Nicole Lederer aber ein „doppelköpfiges Ungeheuer“ in der Schlacht. Die beiden Rückraumspielerinnen zeichneten nicht nur für 22 der ESV-Tore verantwortlich, sondern verbuchten dabei auch eine für Distanzwerferinnen außerirdische Wurfquote von über 90 Prozent. Eine Klasse-Leistung zeigte auch Melanie Kapser, die auf Linksaußen wichtige Akzente setzte und mit dem 32:25 nach 56 Minuten auch für die Vorentscheidung sorgte.

Bis zum 34:29-Endstand gelang es auch Neuzugang Franziska Höppe, sich aus der Deckung heraus in den Angriff einzuschalten und ihr erstes Zweitligator zu erzielen. Durch den Erfolg holten sich die Bunkerladies den sensationellen fünften Tabellenplatz zurück und vergrößerten den Abstand zu den Abstiegsplätzen. Der vierte Auswärtssieg in Folge schraubte das Punktekonto auf 14:8. So kann das Team unbeschwert in das Duell mit Spitzenreiter Waiblingen gehen. Die Tigers reisen am kommenden Samstag in den Bunker und sollen ab 19:30 Uhr mindestens geärgert, im besten Fall sogar gezähmt werden.

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