Foto: Sport-Union Neckarsulm

Die Enttäuschung nach dem Schlusspfiff war riesengroß und der erneute Traum vom OLYMP Final Four früh geplatzt. Gegen den VfL Oldenburg verliert die Sport-Union Neckarsulm am Samstagabend mit 29:34 (19:13) und gibt in der zweiten Halbzeit eine deutliche Führung gegen den Ligakonkurrenten aus der Handball Bundesliga Frauenn (HBF) noch aus der Hand.

Gegen den Tabellenelften der HBF ist es vor knapp 400 Zuschauern ein Beginn auf Augenhöhe, mit Toren auf beiden Seiten. So gestaltet sich das Spiel mehr als 20 Minuten lang offen und keiner der beiden Mannschaften gelingt es, sich etwas abzusetzen. SUN-Trainerin Tanja Logvin gibt Mitte der ersten Hälfte auch bereits Neuzugang Nele Reimer die Chance zum Comeback in der Neckarsulmer Ballei und die Rückraumschützin bringt gemeinsam mit Lynn Knippenborg erstmals eine deutlichere Führung für die Sport-Union auf die Anzeigetafel. Während die 6:0-Deckung den Angriff der Oldenburgerinnen zehn Minuten lang mit nur einem Tor sehr gut in Griff hat, nutzt der Angriff die Chance und erhöht vor der Pause auf 19:13.

So sehr sich die Neckarsulmerinnen vor dem Seitenwechsel in einen kleinen Rausch spielen, so schlecht kommen sie nach der Pause allerdings aus der Kabine. Nach drei schnellen Gegentoren reagiert Tanja Logvin bereits mit einer Auszeit, doch im Spiel der Sport-Union gelingt nahezu nichts mehr. In der Offensive kann lediglich Lynn Knippenborg in den ersten zehn Minuten einen Strafwurf verwandeln, der VfL kommt hingegen gut aus der Kabine aus dem 19:13 bis zur 41. Minute eine 20:22-Führung.

Neckarsulm ist extrem verunsichert und verliert durch den schlechten Restart komplett die Kontrolle über den Spielverlauf. Einfache Passfehler oder die Abschlussschwäche machen einen Ausgleich unmöglich und die Gäste aus Oldenburg erspielen mit dem gewonnenen Selbstvertrauen auch nach einer weiteren Auszeit den verdienten 29:34-Auswärtssieg.

„Ich habe in der Pause bereits vermittelt, dass das Spiel auch mit der deutlichen Führung wieder bei 0:0 startet aber wir verlieren die zweite Hälfte mit 10:21 und es ist unerklärlich, wie wir dieses Spiel aus der Hand geben. Keine Spielerin in unserer Mannschaft hatte nach dem schlechten Start in die zweite Hälfte mehr Kontrolle über den eigenen Körper und wir bekommen plötzlich Angst, das Spiel zu verlieren. Natürlich analysieren wir dieses Spiel wie jedes andere auch und schauen dann nach vorne auf das letzte Ligaspiel in Bad Wildungen vor der WM-Pause.“, sagte Logvin nach Spielende.

In Bad Wildungen kann die Sport-Union durch einen Sieg bei den Vipers mit einem positiven Punkteverhältnis und vor allem auch mit einem deutlich besseren Gefühl in die Pause gehen.