Laura Rüffieux und Co. haben dem BVB am Mittwochabend alles abverlangt. (Foto: kreislippe.pictures)

Der Traum von einer erneuten Teilnahme am OLYMP Final4 hat für die HSG Blomberg-Lippe im Achtelfinale ein Ende genommen. Am Mittwochabend unterlag der lippische Handball-Bundesligist dem amtierenden Deutschen Meister und Champions League-Teilnehmer Borussia Dortmund im DHB-Pokal knapp mit 30:34 (20:16), brachte den Favoriten dabei jedoch ordentlich ins Schwitzen.

39 Spiele in Folge ist der BVB mittlerweile in der Handball Bundesliga Frauen verlustpunktfrei. Die Favoritenrolle für die Achtelfinalbegegnung im DHB-Pokal war nicht nur deshalb bereits im Vorfeld klar verteilt. Doch HSG-Trainer Steffen Birkner versprach einen großen Kampf seiner Mannschaft – welche den Worten am Mittwochabend Taten folgen ließ. Bestens eingestellt und hoch fokussiert starteten Rüffieux und Co. in die Begegnung. Schnell wurde nicht nur den Zuschauern in der PHOENIX CONTACT arena in Lemgo, sondern auch BVB-Trainer André Fuhr und seiner Mannschaft klar, dass der deutsche Meister keinen leichten Spaziergang vor sich haben würde.

Aus einer aggressiven Abwehr heraus, erarbeitete sich die HSG früh ein leichtes Übergewicht und konnte sich durch einen Treffer von Kapitänin Laura Rüffieux nach zwölf gespielten Minuten erstmals absetzen (10:7). In einem attraktiven und temporeichen Spiel ließ das Team aus der Nelkenstadt dabei kaum eine Chance aus und glänzte mit enormer Entschlossen- und Treffsicherheit. Vor allem Marie Michalczik, welche ihren Vertrag bei der HSG kürzlich bis 2024 verlängert hat, sowie Laetitia Quist wirbelten die Borussen-Abwehr ein ums andere Mal durcheinander. Mit einer hochverdienten 20:16-Führung und unter großem Applaus der Fans ging es schließlich in die Halbzeitpause.

Nach Wiederanpfiff knüpfte die HSG genau dort an, wo sie nach 30 Minuten aufgehört hatte und erhöhte die Führung durch einen weiteren Treffer von Michalczik nach 40 Minuten auf 26:21. Doch während die Blombergerinnen nun langsam dem hohen Tempo Tribut zollen mussten, schaltete der BVB noch einen Gang höher. Innerhalb von nur sieben Minuten egalisierten die Dortmunderinnen den Rückstand und trafen durch Fatos Kucukyildiz zum 27:27. Die Spannung und der Druck, der auf den Akteurinnen auf dem Feld lastete, waren nun greifbar. Letztendlich war es der mit vielen Nationalspielerinnen gespickte Kader des amtierenden Deutschen Meisters, welcher diesem Druck besser standhielt. Laura van der Heijden sorgte 60 Sekunden vor dem Ende mit ihrem Tor zum 30:33 für die Entscheidung, Tina Abdulla setzte wenig später den Treffer zum 30:34-Endstand. Beste Werferin bei der HSG war Michalczik mit 13/3 Treffern. Bei den Dortmunderinnen war van der Heijden elf Mal erfolgreich.

„Wir wussten um die hohe Qualität von Blomberg, wir wussten um den großen Kampfgeist – trotzdem waren wir in der ersten Halbzeit nicht vorbereitet auf dieses Spiel. Wir haben keinen Zweikampf gewonnen, sind nicht in die Tiefe gegangen und deshalb ging die Halbzeitführung auch in der Höhe in Ordnung. Blomberg hat eine sehr starke Leistung gezeigt“, honorierte BVB-Trainer Fuhr nach Spielende den super Auftritt der HSG im ersten Abschnitt. „In der zweiten Halbzeit haben wir die Ärmel hochgekrempelt und das Spiel erfolgreich gedreht. Dafür zolle ich meiner Mannschaft Respekt, grade wenn man bedenkt, wie viele Spiele sie bereits in den Knochen hat“, so Fuhr weiter.

Auch HSG-Trainer Birkner konnte und wollte seinem Team nach dem Ausscheiden aus dem DHB-Pokal keinen Vorwurf machen: „Wir haben eine extrem gute erste Halbzeit gespielt, haben Dortmund ununterbrochen vor Probleme gestellt. Meine Spielerinnen haben ihr Herz in die Hand genommen, mutig agiert und immer wieder gute Lösungen gefunden. Leider verlässt uns in der zweiten Halbzeit ein wenig der Mut. Gegen so einen starken Gegner entscheiden am Ende Kleinigkeiten. Auch wenn mehr drin war für uns, müssen wir anerkennen, dass Dortmund letztendlich verdient in das Viertelfinale eingezogen ist“, präsentierte sich Birkner als fairer Verlierer.

„Unser Fokus richtet sich nun erstmal auf die EHF European League. Die Erfahrungen aus dem Spiel gegen Dortmund werden wir gegen Váci mitnehmen, um es dort noch ein bisschen besser zu machen und uns eine gute Ausgangslage für das Rückspiel am 20. November zu verschaffen“, hat Birkner bereits die nächsten Aufgaben im Blick. Das Hinspiel der 3. Qualifikationsrunde der EHF European League Women findet am kommenden Samstag (13. November) um 14 Uhr im ungarischen Vác statt. Das entscheidende Rückspiel folgt eine Woche später am 20. November(Anwurf: 18:00 Uhr) in der PHOENIX CONTACT arena in Lemgo.