Foto: Hans-Christian Wagner

Am Sonntag um 16 Uhr wartet auf die Zweitliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg ein absolutes Highlight: Die Bunkerladies gastieren beim Deutschen Rekordmeister HC Leipzig. Für Nicole Lederer und Franziska Peter, die beide das gelb-blaue Trikot schon getragen haben, ist es zudem eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte.

Die Paarung HC Leipzig gegen ESV 1927 Regensburg wäre im Ligabetrieb noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen, doch die Sachsen mussten nach der Insolvenz 2017 kleinere Brötchen backen. Nach dem Zwangsrückzug in die 3. Liga stieg der HC, der auch sechs seiner 21 Deutschen Meistertitel auf gesamtdeutscher Ebene feierte, wieder in die 2. Bundesliga auf. Dort hätte er bekanntlich schon in der Spielzeit 2020/21 auf die Regensburgerinnen treffen können, doch der ESV hatte bekanntlich ja angesichts der Auswirkungen der Pandemie auf den Aufstieg verzichtet. Ein Jahr später nutzten die Oberpfälzerinnen dann die zweite Chance und schicken sich nun an, erstmalig in der Vereinshistorie den Klassenerhalt in der zweithöchsten Spielklasse zu schaffen. Die 8:6 Punkte und der sechste Tabellenplatz sind bemerkenswert, aber nur eine schöne Momentaufnahme: „Das ist ohne Zweifel eine tolle Zwischenbilanz, aber es sind noch 23 Spiele zu bestreiten und uns fehlen noch eine ganze Menge Punkte für unser Saisonziel“, mahnt Trainer Csaba Szücs. Der erfahrene Coach lobte sein Team für dessen Comeback beim 31:26-Heimerfolg vor Wochenfrist über die SG H2Ku Herrenberg, hatte aber in der Videoanalyse auch Potenzial für Verbessrungen ausgemacht.

Ähnlich geht es sicher auch Leipzigs Coach Fabian Kunze, der mit seinem Team angesichts von Tabellenplatz zwölf und 4:10 Punkten vor der Partie gehörig unter Druck steht. Nach gutem Saisonstart mit zwei Siegen aus drei Begegnungen wartet der HC – inklusive der 29:39-Pokalniederlage gegen Erstligist Oldenburg – mittlerweile seit fünf Spielen auf ein Erfolgserlebnis. Um nicht noch weiter in den Abstiegskampf zu geraten, will das Team um die Hummel-Zwillinge Jacqueline und Stefanie sowie die Röpcke-Schwestern Lilli und Lotta nun gegen den frechen Aufsteiger den Bock umstoßen.

Die Gäste aus der Oberpfalz kommen mit dem Selbstvertrauen von vier unbesiegten Spielen angereist. Mit im Bus sitzen zwei ehemalige Leipzigerinnen: Nicole Lederer wohnte von 2011 bis 2016 in der Messestadt und trug dabei vier Jahre das HCL-Trikot sowie ein Jahr das des BSV Sachsen Zwickau. Franzi Peter stand in der Saison 2015/16 im Erstligakader und konnte im zarten Alter von 17 Jahren auch einige Bundesliga- und Europapokal-Tore erzielen. Das Heimweh war damals aber zu groß und so kehrte das ESV-Eigengewächs wieder an die Donau zu ihrem Stammverein zurück. 

Und der sorgt seit Saisonbeginn für frischen Wind und Aufsehen in der 2. Handball-Bundesliga: Das Erfreulichste an den zuletzt 6:2 Punkten aus ESV-Sicht ist, dass die Serie trotz Personalsorgen und daraus resultierenden alles andere als einfachen Trainingsbedingungen geschafft wurde. Mittlerweile sind außer den Langzeitverletzten Sophia Peter und Anika Bissel alle Spielerinnen zurück im Training. Personelle Alternativen tun auch Not, denn Leipzig setzt ähnlich wie der ESV auf Tempohandball. Nicht selten erzielt der HC, der seit Saisonbeginn mit Kreisläuferin Nina Reißberg und Linkshänderin Julia Weise verzichten muss, 30 Tore. Diese Marke haben die Bunkerladies in den vergangenen drei Partien ebenfalls dreimal geschafft. Deshalb dürfen sich die Zuschauer in der Sporthalle in der Brüderstraße und zu Hause per Livestream auf ein attraktives Spiel freuen.

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