Foto: Hans-Christian Wagner

Die zwischen Stuttgart und Tübingen gelegene Spielgemeinschaft ist ein alter Bekannter aus Drittliga-Zeiten. 2014 trennten sich die Wege und seitdem sind die „Kuties“ Dauergast in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen.

Im vergangenen Jahr schnupperte das Team von Trainer Mike Leibssle lange am Aufstieg in die 1. Liga, der aber nach Vereinsangaben „wirtschaftlich und sportlich keinen Sinn“ gemacht hätte. Die SG musste mit der aktuellen Liga-Toptorschützin Kerstin Foth und Carolin Henze (beide Nürtingen) sowie Rechtsaußen Saskia Hiller und Anika Bissel vier prominente Spielerinnen abgeben. Bissel hätte nur allzu gerne gegen ihren Ex-Verein ihre Premiere im ESV-Trikot gefeiert, muss sich aber weiter in Geduld üben.

Mit Rechtsaußen Tanja Padutsch kam für den rechten Flügel aber eine starke Spielerin aus Waiblingen zu den Kuties, dazu ging der Verein mit Bundesligist TuS Metzingen eine Kooperation ein: Neben Talent Rebecca Rott besteht die Möglichkeit, auch auf die Linkshänderinnen Anna Albek und Britt van der Baan zurückzugreifen. Vor Wochenfrist hatte Leibssle gegen den MTV Heide trotzdem Co-Trainerin Sarah Neubrandner, ältere Schwester von Torjägerin Lea Neubrandner, reaktivieren müssen. Das Gleiche hatte der Kuties-Coach eine Woche zuvor bereits mit Sulamith Klein gemacht. Die Routiniers konnten die vor allem in der Deutlichkeit überraschende 29:42-Heimpleite gegen den ESV-Mitaufsteiger nicht verhindern können. Die Leistung hatte Leibssle mit „geht nicht mehr schlechter“ beschrieben.

Überrascht, allerdings im positiven Sinne, haben auch die Bunkerladies. Trotz der Personalsorgen blieb der ESV im dritten Spiel in Serie ungeschlagen. Der 31:27-Auswärtssieg in Bremen sorgte für ein ausgeglichenes Punkteverhältnis (6:6) und den Sprung auf Platz sieben des 16er-Feldes. In eigener Halle haben die Regensburgerinnen bislang immer überzeugt und werden wieder alles in die Waagschale werfen, um die nächsten Punkte für das Saisonziel „Klassenerhalt“ zu sammeln. Mit 4:8 Punkten steht der Gegner vor dem Anpfiff unter Druck, aber angeschlagene Boxer sind bekanntlich die Gefährlichsten.

Der ESV wird alles daran setzen, mit den eigenen lautstarken Fans im Rücken die Euphoriewelle weiter zu reiten und die Punkte im „Bunker“ zu behalten. Damit könnte ein weiteres Team erstmal distanziert werden. Personell dürfte es für Trainer Csaba Szücs auf den Kader des Bremen-Spiels rauslaufen. Bei Linkshänderin Julia Smidéliusz (Wade) könnte es wohlmöglich für eine Rückkehr ins Aufgebot reichen, für Nicole Lederer (Daumen) kommt das wohl noch zu früh.

Die ESV-Handballabteilung möchte den ersten großen Heimspieltag mit einer kleinen Zuschauer-Aktion unter dem Titel „Oktoberfest“ begehen. „Wir möchten mit unserem Image als einziger bayerischer Vertreter in den Frauen-Bundesligen kokettieren und hoffen, dass möglichst viele Zuschauer in Tracht auf der Tribüne sein werden“, sagt Abteilungsleiter Dieter Müller.