Foto: Matthias Wieking

Am 6. Spieltag der Handball Bundesliga Frauen hat die HSG Blomberg-Lippe am Mittwochabend nicht an die starken Leistungen der letzten Wochen anknüpfen können. Bei der 24:28 (10:15)-Niederlage gegen die bis dato noch sieglosen Oldenburgerinnen erwischte das Team aus der Nelkenstadt einen gebrauchten Abend und lief von der ersten Minute an vergeblich einem Rückstand hinterher. Bereits am kommenden Samstag(23.10., 18 Uhr) haben Marie Michalczik und Co. gegen Metzingen jedoch die Gelegenheit es wieder deutlich besser zu machen.

„Heute gibt es nichts schön zu reden. Wir haben nicht gut gespielt und ich bin mit der gezeigten Leistung sehr unzufrieden“, ließ HSG-Trainer Steffen Birkner seinem Frust nach dem Spielende freien Lauf. Von Beginn an fand seine Mannschaft gestern nur schleppend in die Begegnung und musste mit ansehen, wie die ehemalige Blombergerin Isabelle Jongenelen in den ersten Minuten mächtig aufdrehte und mit drei Treffern in Serie für eine 1:4-Führung ihres Teams sorgte. Dass es der HSG im weiteren Verlauf des Abends nicht gelingen sollte, diesen Rückstand wieder aufzuholen, ahnte zu diesem Zeitpunkt jedoch wohl kaum einer der insgesamt 559 Zuschauer in der PHOENIX CONTACT arena in Lemgo. Zwar sorgte HSG-Rechtsaußen Lisa Rajes mit einem Tempogegenstoß nach 16 Minuten für den 7:8-Anschlusstreffer, doch der VfL wirkte deutlich wacher und aggressiver. Immer wieder setzten die Niedersächsinnen ihre Kreisläuferin Paulina Golla gekonnt in Szene und strahlten auch aus dem Rückraum jederzeit Gefahr aus. Auf der Gegenseite scheiterten Linnea Pettersson und Co. nun zu oft mit harmlosen Würfen an Gäste-Keeperin Julia Renner. Vor der Pause setzte das Team von VfL-Trainer Niels Bötel dann noch mal einen empfindlichen Nadelstich. Drei Treffer in Folge sorgten dafür, dass die HSG zur Halbzeit mit einem deutlichen Fünf-Tore-Rückstand und viel Gesprächsbedarf in die Kabinen verschwand.

Der zweite Abschnitt fing jedoch so an, wie der erste aufgehört hatte – mit zwei schnellen Treffern von VfL-Linksaußen Janne Martens. Weiterhin ließ das Blomberger Kollektiv die nötige Entschlossenheit und den letzten Willen vermissen, die nötig gewesen wären, um das Spiel in eine andere Richtung zu lenken. Oldenburg hingegen fand zunehmend Gefallen an dem Spiel gegen die HSG Blomberg-Lippe und sorgte bereits zehn Minuten vor dem Ende für eine Vorentscheidung. Zwei Treffer von Oldenburgs Spielmacherin Merle Carstensen ließen den Rückstand der HSG auf sieben Treffer anwachsen (19:26). Da half es auch nichts mehr, dass VfL-Kreisläuferin Golla wenige Sekunden später ihre dritte Zeitstrafe erhielt und aus dem Spiel ausschied. Zwar verkürzte HSG-Youngster Emma Hertha mit ihrem ersten Bundesligatreffer noch einmal auf 22:26, doch für eine Wende reichte es nicht mehr. Beste Werferin auf Seiten der HSG war Marie Michalczik mit sechs Treffern. Beim VfL Oldenburg war Isabelle Jongenelen, ebenfalls mit sechs Treffern, beste Torschützin ihres Teams.

Während VfL-Trainer Bötel auf der anschließenden Pressekonferenz eine „sehr starke Abwehrleistung“ seiner Mannschaft lobte und sich freute, dass sich sein Team nach den guten Auftritten der letzten Wochen nun „endlich mit einem Sieg belohnt“ hat, konnte Birkner nur wenig Positives am Auftritt seines Teams herausstellen. „Wir können deutlich besser Handball spielen, als wir es heute gezeigt haben. Die Mannschaft hat heute keine gute Leistung abgeliefert, da schließe ich mich auch mit ein. Unterm Strich gilt es dieses Spiel nun schnell zu analysieren und am Samstag eine Antwort auf dem Feld zu geben“, wirft Birkner den Blick nach vorne.

Durch die Niederlage steht die HSG Blomberg-Lippe nun mit 5:7-Punkten auf Platz 7 der Tabelle. Oldenburg hingegen gelingt mit dem Sieg in Lemgo eine Befreiung und steht nun mit 2:8-Punkten und Platz 11 nicht mehr auf einem Abstiegsplatz.