Foto: Hans-Christian Wagner

Der Auftakt in die Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga ist dem ESV Regensburg 1927 mehr als geglückt: Die Bunker Ladies setzten sich am vergangenen Sonntag überraschend deutlich mit 29:20 beim ehemaligen Deutschen Meister Frankfurter HC durch. Nun wartet am Sonntag, 9. Mai, um 15 Uhr mit dem zweiten und letzten Auswärtsspiel beim TV Aldekerk 07 der nächste Wochenendtrip.

Auch den würden die Oberpfälzerinnen nur allzu gerne erfolgreich gestalten, doch die Trauben hängen hoch. Der von der langjährigen Bundesliga- und 35-fachen Nationalspielerin Yvonne Fillgert trainierte West-Drittligist schloss die abgebrochene Saison 2019/2020 in der in der Spitze sehr ausgeglichenen Liga als Tabellenführer mit 24:10 Punkten ab. Bekannt ist der Traditionsverein für seine herausragende Jugendarbeit: Sage und schreibe 28 Teams hat der TV, darunter auch drei A-Juniorinnen-Mannschaften.

Handballerisch sind die Gastgeberinnen aus Nordrhein-Westfalen für die Regensburgerinnen nahezu ein unbeschriebenes Blatt: Die Videos sind über ein halbes Jahr alt und aufgrund der abgebrochenen Spielzeit 2020/2021 mit nur zwei Partien (2:2 Punkte). Dazu war der TV am ersten Aufstiegs-Wochenende spielfrei, sodass sich auch auf die aktuelle Form keinerlei Rückschlüsse ziehen lassen. Und zu guter Letzt spielt die Tagesform aktuell mehr denn je eine wichtige Rolle: Im Europacup-Modus mit Hin- und Rückspiel setzt sich häufig das bessere Team durch, doch bekanntlich wird die Aufstiegsrunde in einem Einfach-Modus gespielt. Deswegen sagt Trainer Csaba Szücs mit Recht und mahnendem Finger: „Wir haben einen wichtigen Schritt gemacht, aber es sind noch drei weitere zu gehen.“

Unstrittig ist, dass die Regensburgerinnen optimal gestartet sind und weiteres Selbstvertrauen getankt haben. Mit der bekannten Auswärtsstärke ist dem Team auch nahe der holländischen Grenze alles zuzutrauen. Alle Partien der Saison 2020/21 – inklusive des Testspiels in Nellingen und nun auch dem Auftakt in die Aufstiegsrunde – wurden in der Fremde bestritten und allesamt gewonnen.

Text: Hans-Christian Wagner

 

Sollten die Bunker Ladies auch diesmal etwas Zählbares mit auf den weiten Heimweg nehmen können, wäre das die perfekte Ausgangsbasis für die abschließenden beiden Heimspiele am 15. Maigegen den TV Heide und am 22. Mai gegen den SV Allensbach. Zunächst richtet sich der komplette Fokus aber auf das kommende Spiel in der Gemeinde Kerken. Die Gastgeberinnen vom Niederrhein sind gewarnt und werden das Video des Frankfurt-Spiels bis zum Anpfiff gründlich analysieren. „Es wird für uns darauf ankommen, wieder früh ins Match zu finden und erneut so gut zu verteidigen“, blickt Co-Trainer Jan Kauer auf das Kräftemessen voraus, das es in der 91-jährigen Handballhistorie des ESV 1927 Regensburg mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch nie gegeben hat.

 

Die Regensburgerinnen sind maximal motiviert, woran auch die enorme Rückendeckung aus der Heimat einen großen Anteil hat. Coach Szücs hofft, die siegreiche Formation vom vergangenen Wochenende in das spannende Duell schicken zu können.